Ein Guinness-Rekord aus Mandeln, Honig und Gemeinschaftssinn
Der längste Turrón der Welt. Diesen Rekord besiegelte man am Sonntag im Ort Puerto de Santiago, der zur südlichen Gemeinde Santiago del Teide auf Teneriffa gehört. Es handelt sich um eine offizielle Bestmarke, denn eine Vertreterin des Guinness-Buches der Rekorde maß minutiös – und wies auf notwendige Korrekturen an gebrochenen Stellen hin – das in diesem Küstenort hergestellte Weihnachtsgebäck und bescheinigte offiziell eine Länge von 1.151,15 Metern. Das bedeutet: Hätte man den Turrón in einer geraden Linie ausgelegt, anstatt aus Platzgründen im Zickzack, entspräche seine Länge einer Strecke von 1,15 Kilometern: fast elf Fußballfelder.
Ein Rekord mit sozialem Herz
Das Ziel der Organisatoren von Anfang an war es, den vorherigen Rekord zu übertreffen, der in Italien mit einer Gesamtlänge von 1.004 Metern registriert wurde. Um diese Marke zu erreichen und die Gemeinde Santiago del Teide auf die globale Landkarte zu setzen, ließen die Freiwilligen und die Verantwortlichen der Gemeindeverwaltung nichts dem Zufall über und gaben alles. Neben der touristischen Werbung war jedoch das wichtigste Ziel ein solidarisches: Ein Stück Turrón – und damit ein kleines Stück Weihnachten – auf den Tisch derer zu bringen, die am wenigsten haben oder es am schwersten haben.
Obwohl der Ort Puerto de Santiago an diesem Morgen in einer prächtigen Sonne strahlte, die eher den Sommermonaten als den Tagen vor Heiligabend entsprach, zeigten die Einwohner ihre festlichste und weihnachtlichste Einstellung, um den begehrten Guinness-Rekord zu erringen. „Der soziale Aspekt dieses Abenteuers hat uns von Anfang an am meisten interessiert“, räumte Bürgermeister Emilio Navarro ein. „Wir möchten, dass in diesen Festtagen kein Haushalt auf Teneriffa ohne ein Stückchen des wahrscheinlich typischsten Weihnachtsgebäcks bleibt“, fügte er hinzu.
Acht Stunden Arbeit, über eine Tonne Zutaten
Um einen über einen Kilometer langen Turrón Wirklichkeit werden zu lassen, waren die erfahrenen Hände der Konditoren der Region nötig. Begleitet von den berühmten Turrón-Herstellerinnen aus Tacoronte und Dutzenden Freiwilligen arbeiteten sie unermüdlich von 5:00 Uhr morgens bis weit nach 13:00 Uhr. Acht ganze Stunden Hingabe waren nötig, um dieses gigantische Süßgebäck zu schaffen.
Die Koordination all dieser Hände übernahm der Koch Pablo Pastor, Präsident der Vereinigung der Köche und Konditoren der Kanarischen Inseln (Acyre). In seinem Kopf, so erklärte er, bewahrt er alle Zahlen dieser kulinarischen Meisterleistung: 1.280 Kilogramm Gofio (geröstetes Getreidemehl), 300 Kilogramm Honig, 250 Kilogramm Zucker, 150 Kilogramm Schokolade, 125 Kilogramm Mandeln und 150 Kilogramm Bananen. Nach dem Vermengen der Zutaten machten sich Köche und Freiwillige daran, die Masse zu verdichten und in das zu verwandeln, was nun offiziell der längste Turrón der Welt ist.
Tourismuswerbung und lokaler Stolz
„Dies ist eine großartige touristische Werbung für Santiago del Teide und die gesamte Insel, denn die Nachricht wird die ganze Welt durchlaufen“, betonte Navarro. Das Wichtigste sei, dass dieser Turrón mit lokalen Produkten hergestellt wurde, was alle Einwohner der Gegend mit Stolz erfülle. Dank der Zusammenarbeit mit Acyre Madrid gab es allerdings auch ein Stück mit anderen Zutaten: Pistazien und Erdbeeren.
„Ich kann nur sagen, dass ich unheimlich stolz auf alle Vereine und Organisationen bin, die bei der Herstellung des Turrón zusammengearbeitet haben, von Fachkräften des Gesundheitswesens bis hin zu Mitgliedern der Architektenkammer. Insgesamt haben wir aus hygienischen Gründen etwa 150 Personen registriert, die direkt an seiner Anfertigung beteiligt waren“, erläuterte Navarro.
Eine der Turrón-Herstellerinnen aus Tacoronte, Pilar von dem weitbekannten Unternehmen Turrones Maribel, zeigte sich ebenfalls gerührt, an einem so kuriosen und anderen kulinarischen Ereignis teilnehmen zu können. „Und das umso mehr, wenn man eine so festliche Atmosphäre wie diese genießen kann, es war ein wahrer Genuss“, präzisierte sie.
Das süße Ende: Verteilung an Bedürftige
Nachdem die Anwesenden dieses besondere Gebäck probieren konnten, begann die Verteilung an soziale Zentren und Senioreneinrichtungen des Ortes und anderer Gemeinden. Pastor seinerseits schloss mit einem Dank an die Zusammenarbeit der Gemeindeverwaltung und „all der Menschen“, die sich ins Zeug gelegt hätten, damit der Turrón-Rekord endlich Wirklichkeit wurde. „Ganz besonders den Lieferanten, die uns all diese Tage der Vorbereitung geholfen haben, und den verschiedenen Sponsoren.“
Pastor betonte, dass er seine Rolle als kulinarischer Berater der Gemeindeverwaltung sehr ernst nehme, und fügte hinzu, dass solche Aktionen, die neben der Solidarität auch als Werbeinstrument dienen, dazu beitragen, diese Gemeinde als internationales kulinarisches Referenz zu festigen. „Wir werden weiterarbeiten und versuchen, die Dinge richtig zu machen, damit Santiago del Teide den Platz bekommt, den es verdient.“

