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Gran-Canaria-Bewohner über Iran-Konflikt: „Das Volk leidet“

Weltpolitische Krise erreicht Gran Canaria: Die Sorge eines Iraners

Die weltpolitische Lage ist angespannt wie selten zuvor. Die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten, die sich nach dem israelischen Angriff auf Palästina weiter zugespitzt haben, sind längst kein regionales Problem mehr. Sie haben sich zu einem internationalen Konflikt ausgeweitet. Die USA griffen direkt ein und bombardierten gemeinsam mit Israel am Samstag Ziele im Iran. Bei dem Angriff kam nach Angaben aus Teheran und von US-Präsident Donald Trump der oberste Führer der Islamischen Republik, Ayatollah Ali Chamenei, ums Leben.

„Die Menschen leiden wirklich“ – Einblick aus der Ferne

Farzad Taheri, im Iran geboren und seit seinem neunten Lebensjahr auf Gran Canaria ansässig, beschreibt die aktuelle Situation in seiner Heimat als „besonders hart und schwierig“, auch wenn das Land sich schon seit Jahren in einem konfliktreichen Prozess befindet. „Viele Menschen haben es wirklich sehr schwer“, sagt er. „Wir haben bereits Medikamente zu Verwandten geschickt, denn aufgrund des Embargos gegen den Iran sind sie dort nicht zu bekommen.“ Farzad gehört dem Bahá’í-Glauben an, einer unabhängigen monotheistischen Religion, die in mehreren islamisch geprägten Ländern, insbesondere im Iran, über Jahre verfolgt wurde, da Traditionalisten sie als „Abtrünnige des Islam“ betrachten.

Hoffnung auf Wandel trotz der Katastrophe

Über die Verfolgung seiner Glaubensgemeinschaft möchte Farzad nicht näher sprechen. Doch er stellt fest, dass trotz der Katastrophe „eine Mehrheit der Menschen hoffnungsvoll ist, weil sie glauben, dass dies zu einem Regimewechsel führen könnte“. „Ich hoffe, dass daraus mehr Freiheiten erwachsen und die internationalen Sanktionen gegen den Iran beendet werden. Denn die einfachen Bürger sind die Leidtragenden“, fügt er hinzu. Es sei daran erinnert, dass das Regime der Ayatollahs – ein politisch-religiöses System, in dem die Staatsautorität auf der Interpretation des schiitischen Islam basiert – das Land seit 1979 kontrolliert, seit Ruhollah Chomeini nach der Islamischen Revolution an die Macht kam. Anders als in einer klassischen Theokratie kombiniert das Land gewählte Institutionen mit nicht gewählten Gremien, die der religiösen Führung unterstehen und ein Vetorecht über das politische System haben. Der verstorbene Ali Chamenei, der seit 1989 die höchste Autorität innehatte, konzentrierte umfangreiche Macht in seinen Händen und kontrollierte die Streitkräfte, die Revolutionsgarden, die Justiz und die wichtigsten Sicherheits- und Geheimdienste.

Appell für Dialog statt Waffengewalt

Trotz aller Kritik am Regime ist Farzad überzeugt, dass bewaffnete Konflikte niemals eine Lösung für Probleme sind. „Man muss sie durch Dialog und Konsultation lösen, nicht durch Waffen, die uns in noch kompliziertere Situationen führen können“, betont er. „Gott bewahre uns davor, dass Massenvernichtungswaffen zum Einsatz kommen, denn sie könnten einen großen Teil der Bevölkerung auslöschen.“ Daher plädiert der Iraner für eine „planetarischere als nationalistischere“ Dynamik und möchte den Faktor der Globalisierung positiv nutzen: „Wir sind eine menschliche Familie. Wir sollten diese Erde so betrachten, als wäre sie ein einziges Land der Menschheit“, schließt Farzad.

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