Weihnachtseinkäufe mit Risiko: Polizei schlägt zu
Pünktlich zur Vorweihnachtszeit haben Beamte der Guardia Civil einen schwerwiegenden Fall von Produktpiraterie auf Teneriffa aufgedeckt. Die Sección Fiscal y Fronteras (Steuer- und Grenzschutz) des Flughafens Teneriffa Süd und die Patrouille von Playa de las Américas führten eine Inspektion in einem Einzelhandelsgeschäft in Arona durch. Ziel der Aktion war es, Verbraucher vor Produkten zu schützen, die nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und bei ihrer Verwendung eine ernsthafte Gefahr darstellen können.
Illegale Werkstatt im Keller entdeckt
Bei der Überprüfung beschlagnahmten die Ermittler insgesamt 44.212 gefälschte Spielzeuge. Der Fundort war ein Bazar, der seine eigenen Imitationen im Keller des Ladens herstellte. Laut dem Gutachten eines gerichtlich bestellten Sachverständigen für gewerblichen Rechtsschutz wird der Schätzwert der sichergestellten Ware auf über drei Millionen Euro beziffert. Die Ermittlungen waren eingeleitet worden, nachdem in dem Geschäft Spielzeuge zum Verkauf angeboten wurden, die Auffälligkeiten in der Kennzeichnung aufwiesen, über keine obligatorischen Zertifizierungen verfügten und deutliche Anzeichen für die Fälschung eingetragener Marken zeigten.
Zusammenbau vor Ort zur Vortäuschung von Echtheit
Während der Inspektion stellten die Beamten fest, dass die illegale Tätigkeit sich nicht nur auf den Verkauf beschränkte. Im Keller des Ladens war ein Raum als geheime Werkstatt eingerichtet, in der die Verantwortlichen die Spielzeuge zusammenbauten, um ihre Authentizität vorzutäuschen. Neben den fertigen Spielzeugen wurden auch Gussformen, Klebstoffe, Verpackungen und andere Materialien beschlagnahmt, die für die Herstellung und Fälschung von Produkten für Minderjährige bestimmt waren – mit allen damit verbundenen Gefahren.
Ermittlungen zu Vertriebsnetzwerk laufen
Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Sie zielen darauf ab, das Ausmaß der Vertriebswege und die mögliche Herkunft der für die Fälschungen verwendeten Materialien zu ermitteln. Die Guardia Civil erinnert Verbraucher daran, beim Spielzeugkauf wachsam zu sein und auf wichtige Sicherheitsmerkmale zu achten.
Worauf Verbraucher achten sollten
Eltern und Käufer sollten stets prüfen, ob das Spielzeug die CE-Kennzeichnung trägt, die direkt auf dem Produkt angebracht sein muss. Das Produkt sollte klar mit Namen, Marke sowie dem Hersteller oder Importeur identifizierbar sein. Ebenso müssen die Chargen-, Serien- oder Modellnummer sichtbar sein. Wichtig sind auch die Herstellerangaben zur empfohlenen Altersgruppe, zum Gewicht und dazu, ob eine Aufsicht durch Erwachsene erforderlich ist. Diese Kontrollen sind entscheidend, um sicherzustellen, dass die Spielzeuge den europäischen Sicherheitsstandards entsprechen und keine Gefahr für Kinder darstellen.

