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Fuerteventura startet erstes Wasserstoff-Ökosystem der Kanaren

Fuerteventura startet in die Wasserstoff-Zukunft

Fuerteventura hat einen entscheidenden Schritt getan, um sich an die Spitze der europäischen Energiewende zu stellen. Die Insel präsentierte diesen Freitag das erste Ökosystem für Mobilität auf Basis von grünem Wasserstoff im Archipel. Dieses Pionierprojekt kombiniert die erste betriebsbereite Wasserstofftankstelle (Hydrolinera) der Kanaren mit einem Mietwagenunternehmen (Rent-a-Car), das von einer in Spanien einzigartigen Flotte von Wasserstofffahrzeugen angetrieben wird – ein bislang beispielloser Schritt in der Tourismusmietwagen-Branche. Das Projekt wird von IR Maxoinversiones in Zusammenarbeit mit Repsol und Toyota Canarias geleitet.

Mehr als nur eine Tankstelle: Ein internationales Leuchtturmprojekt

Die Präsentation in der Gemeinde Pájara zeigte deutlich, dass es hier um mehr geht als die Einweihung einer einzelnen Infrastruktur. Es handelt sich um eine Initiative, die aus der Realität einer Insel heraus auf Fuerteventura geboren wurde, aber internationale Strahlkraft beansprucht. Das Projekt verbindet lokale Produktion von grünem Wasserstoff, emissionsfreie Mobilität und die Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen. Es versteht sich nicht als Pilotprojekt, sondern als eine bereits funktionierende, echte Lösung. „Dieses Projekt macht Fuerteventura zu einem internationalen Referenzlabor für Energie“, betonte Erika Ruiz, Verantwortliche für die Tankstellen von IR Maxoinversiones, bei der Vorstellung. Sie fügte hinzu: „Die Mobilität der Zukunft erfordert technologische Vision, Infrastruktur, Ausbildung und Engagement.“

Die erste Hydrolinera der Kanaren und eine einzigartige Mietwagenflotte

Die Wasserstofftankstelle, die seit 2024 in Betrieb ist, ist die erste auf den Kanaren, die Wasserstoff mit 700 Bar Druck abgeben kann – eine notwendige Voraussetzung für den Betrieb von Brennstoffzellenfahrzeugen unter ähnlichen Bedingungen wie bei konventionellen Kraftstoffen. Ihr Start markiert den Beginn eines Netzes, das in den kommenden Monaten mit der Installation von zwei weiteren Stationen, eine im Norden und eine im Zentrum der Insel, erweitert wird. Damit wird Fuerteventura über drei Versorgungspunkte für grünen Wasserstoff verfügen und gehört zu den fortschrittlichsten Regionen Spaniens in dieser Technologie. Diese Infrastruktur wird nicht nur die Mietwagenflotte versorgen, sondern später auch gewerbliche Fuhrparks und den intermodalen Transport.

Ein besonders auffälliges Element des Projekts ist die Inbetriebnahme eines Mietwagenunternehmens mit einer Startflotte von 50 emissionsfreien Fahrzeugen, davon 30 neu hinzugekommene. Es handelt sich um Modelle des Toyota Mirai, angetrieben von grünem Wasserstoff, die während der Fahrt nur Wasserdampf ausstoßen. Diese Fahrzeuge bieten eine Reichweite von über 650 Kilometern und können in weniger als fünf Minuten betankt werden – Eigenschaften, die sie zu einer praktikablen Alternative für den intensiven Einsatz im Tourismusmietgeschäft machen. Eine Flotte dieser Größe, die ausschließlich für Mietwagen vorgesehen ist, macht Fuerteventura zu einem international nahezu einzigartigen Fall. Ähnliche Erfahrungen im Mietwagensektor gibt es bisher nicht, abgesehen von Taxiflotten oder Firmenfahrzeugen in Großstädten.

Multitechnologischer Ansatz von Toyota und Repsol

Für Toyota Canarias passt diese Initiative zu ihrer Strategie der Multitechnologie-Mobilität, die auf dem Zusammenwirken verschiedener Lösungen – Elektrifizierung, Wasserstoff und erneuerbare Kraftstoffe – basiert, um einen zugänglichen und an verschiedene Nutzerprofile angepassten Energiewandel zu gewährleisten. „Wir sind nicht erst jetzt auf diesen Zug aufgesprungen. Toyota entwickelt seit den 90er Jahren Hybridfahrzeuge und wir sind weltweit führend in der Elektrifizierung. Wasserstoff ist eine Technologie, die Teil unseres Projekts ist“, sagte Ismael Alemán, CEO von Toyota Canarias, während der Präsentation.

Auch von Repsol wurde dieser vielseitige Ansatz begrüßt. Neben der Entwicklung von grünem Wasserstoff integriert das Projekt die Nutzung erneuerbarer Kraftstoffe, die bereits im Tankstellennetz der Kanaren verfügbar sind und die CO₂-Emissionen sofort reduzieren können, ohne dass Fahrzeuge ausgetauscht oder Kosten für den Nutzer erhöht werden müssen. „Die Zukunft liegt in innovativen Projekten wie diesem mit einer Vision von Multienergie, bei der man dem Kunden die Möglichkeit gibt, zu wählen, mit welcher Technologie er sich dekarbonisieren möchte“, betonte Valero Marín, Generaldirektor Kunde bei Repsol.

Breite Unterstützung von Wirtschaft und Politik

Die Privatwirtschaft war bei dem von vielen als „historisches Ereignis“ bezeichneten Event stark vertreten, aber auch die institutionelle Unterstützung fehlte nicht. Die Präsidentin der Inselregierung (Cabildo) von Fuerteventura, Lola García, hob den Mehrwert hervor, dass eine Initiative dieser Tragweite auf einer nicht-hauptstädtischen Insel und im Süden Fuerteventuras entsteht. Sie trägt dazu bei, hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen, junge Talente zu binden und die lokale Wirtschaft zu diversifizieren. In ähnlicher Weise lenkte der Bürgermeister von Pájara, Alejandro Jorge, den Fokus auf die persönlichen und familiären Anstrengungen, die hinter unternehmerischen Investitionen stehen, die darauf abzielen, Zukunft in der Region zu schaffen.

Der Präsident der Regierung der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, unterstrich, dass Projekte wie dieses Fuerteventura international nicht nur als Touristenziel, sondern auch als Referenz für Innovation und nachhaltige Mobilität positionieren. „Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Behörden ist einer der Schlüssel, damit diese Art von Initiativen Wirklichkeit werden können“, so der kanarische Regierungschef.

Vom Zukunftstraum zur gelebten Realität

Dieses Pionierprojekt auf Fuerteventura beweist, dass Wasserstoff keine Zukunftstheorie mehr ist, sondern eine Realität, die eine grundlegende Rolle bei der Entwicklung der Mobilität auf den Kanarischen Inseln spielen kann. Es schafft ein komplettes Ökosystem, das Antworten auf die realen Mobilitätsbedürfnisse einer Insel mit starker Abhängigkeit vom Straßenverkehr und Tourismus gibt – ohne den Schutz einer besonders fragilen natürlichen Umwelt aus den Augen zu verlieren.

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