Frühlingsbeginn mit Regen und Kühle
Drei Wochen lang wird der Frühling auf den Kanarischen Inseln kühler und regnerischer ausfallen als gewöhnlich. Die Blumen müssen sich daher noch ein wenig gedulden, bevor sie den Archipel in ein Farbenmeer tauchen können. Die Prognosen für den März zeigen, dass die Inseln noch nicht bereit sind, einen Winter hinter sich zu lassen, der entgegen der allgemeinen Wahrnehmung nicht so kalt war wie erwartet. Die Bilanz der Staatlichen Meteorologieagentur (Aemet) für die Kanaren klassifiziert den vergangenen Winter in puncto Temperaturen als „normal“ und in Bezug auf Niederschläge als „feucht“.
Winterbilanz: Der kühlste der letzten fünf Jahre
Die Durchschnittstemperatur im Winterhalbjahr 2025/2026 lag bei 15,4 Grad Celsius, was 0,2 Grad über dem Normalwert liegt. Dennoch handelte es sich um den kühlsten und regnerischsten Winter der letzten fünf Jahre. In seinen Charakteristika ähnelt er damit dem Pandemiewinter 2020/2021, bleibt aber weit entfernt von so nassen Wintern wie 2009/2010 oder so kalten wie 2008/2009. Hauptakteure des kanarischen Winters waren unzählige aufeinanderfolgende Tiefdruckgebiete mit den Namen Bram, Emilia, Francis oder Ingrid, die Kälte und Regen bis in den Archipel brachten. Obwohl sie die langjährige Dürrephase beenden konnten, reichten sie nicht aus, um den globalen Trend zu höheren Temperaturen zu stoppen.
Ein Winter der Extreme
Der Winter pendelte zwischen Extremen: Die Thermometer auf den Inseln schwankten zwischen Anomalien von 4,4 Grad unter und bis zu 5 Grad über dem Durchschnitt. Während Dezember und Januar die Temperaturmittelwerte unter den Normalwerten lagen, änderte die Wetterlage im Februar alles. Die Stabilisierung durch das Azorenhoch ließ die Temperaturen natürlich ansteigen. Dieser Trend verstärkte sich Ende Februar durch den Zustrom einer saharanischen Luftmasse mit Calima. So kippte die kalte Tendenz des Winters ins Gegenteil.
Dezember: Sehr kalt und nass
Der kälteste und regenreichste Monat war der Dezember mit einer Durchschnittstemperatur von 15,7 Grad (Anomalie: -0,7 Grad), was ihn als „sehr kalt“ einstuft. Auf den Gipfeln Teneriffas, konkret in Izaña, wurden Tiefstwerte von bis zu -2,9 Grad gemessen. Auch in den mittleren Höhenlagen war es frostig, wie in El Sauzal (Teneriffa) mit nur 1,3 Grad. Die kältesten, regenreichsten und windigsten Tage waren mit dem Tief „Emilia“ vom 10. bis 14. Dezember verbunden. Damals lagen die Temperaturen vier Grad unter dem Normalwert, es wurden Windböen von bis zu 153 km/h gemessen und extreme Regenmengen von bis zu 150 Litern pro Quadratmeter an einem Tag registriert – wie in der Vega de San Mateo auf Gran Canaria, der regenreichsten Zone des Monats. In Candelaria (Teneriffa) fielen am 13. Dezember 51 Liter pro Quadratmeter an einem Tag.
Januar: Fortsetzung der Kälte mit Rekordfrost
Im Januar stiegen die Temperaturen nicht an. Mit einem Mittel von 14,5 Grad (Anomalie: -0,3 Grad) wurde auch dieser Monat als „kalt“ eingestuft. Hier wurde der absolute Tiefstwert des Winters auf den Kanaren gemessen: Am 7. Januar, direkt nach dem Dreikönigstag, zeigte die Wetterstation in Izaña -4,1 Grad an. In den mittleren Lagen war diesmal El Paso auf La Palma mit 2,2 Grad der kälteste Ort. Zwar fiel im Januar weniger Regen als im Dezember, jedoch übertraf die Menge die Erwartungen um 86%.
Februar: Die abrupte Wende
Die Situation änderte sich im Februar abrupt. Angetrieben durch antizyklonales Wetter, das die Sonne auf die Inseln zurückbrachte, stieg die Durchschnittstemperatur auf 16,5 Grad – eine warme Anomalie von +1,6 Grad. Zwar wurden in Izaña noch -1,8 Grad gemessen, doch die Höchstwerte schossen in die Höhe. Eine Saharaluft- und Calima-Intrusion zwischen dem 22. und 24. Februar ließ die Temperaturen bis zu fünf Grad über dem Normalwert klettern. Diese Episode – die intensivste Warmphase des Winters – und die durchgehend überdurchschnittlichen Temperaturen im Februar brachen die vorherrschende kalte Tendenz und verliehen dem Monat einen „sehr warmen“ Charakter. Der Zug der Tiefdruckgebiete kam zum Erliegen, was auch den feuchten Trend des hydrologischen Jahres bremste.
Entspannung der Dürre und rekordverdächtiger Schnee
Von Oktober bis Ende Februar hat es auf den Kanaren nur etwa 6% mehr geregnet als im Idealzustand. Mit einer kumulierten Niederschlagsmenge von 214 Litern pro Quadratmeter gilt das hydrologische Jahr bisher als normal. Dieser Indikator kontrolliert die Dürresituation im Archipel, die momentan als bereinigt gilt. Die Daten der Aemet zeigen zudem, dass dieser Winter der schneereichste der letzten neun Jahre war. Auf dem Teide sammelten sich im Winter 97 Liter Niederschlag pro Quadratmeter an. Ein hoher Wert, der jedoch nicht an die 162 Liter des Winters 2017/2018 oder gar die 284 Liter des Winters 2004/2005 heranreicht. Gleichzeitig war es aufgrund der vielen Wolken über den Inseln auch einer der sonnenärmsten Winter der letzten Jahre.
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