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Unbegrenzter Streik bedroht Flugverkehr auf fünf Kanaren-Inseln

Unbefristeter Streik ab 17. April angekündigt

Die Gewerkschaften Union Sindical de Controladores Aéreos (USCA) und Comisiones Obreras (CCOO) haben einen unbefristeten Streik der Fluglotsen angekündigt, die von der Firma Saerco beschäftigt werden. Der Arbeitskampf soll am kommenden 17. April um 00:00 Uhr beginnen und wird 14 Flughäfen in Spanien betreffen – darunter fünf auf den Kanarischen Inseln. Konkret ist Saerco für die Flugverkehrskontrolle auf den kanarischen Inseln Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, El Hierro und La Gomera zuständig. Auf dem spanischen Festland sind die Flughäfen Castellón, Burgos, Huesca, Ciudad Real, Vigo, A Coruña, Jerez, Sevilla und Madrid-Cuatro Vientos betroffen.

Personalmangel gefährdet Flugsicherheit

In einer Mitteilung erklärt die USCA, dass mit den Streiks der chronische Personalmangel, die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und deren Auswirkungen auf die operative Sicherheit angeprangert werden sollen. Die Gewerkschaften betonen, dass es sich nicht um ein vorübergehendes Problem handelt, sondern um ein strukturelles Dilemma. Dieses sei die Folge von Jahren des Personalabbaus, Überlastung, organisatorischer Improvisation und Verstößen gegen Vorschriften zu Ruhezeiten, Work-Life-Balance und Dienstplanung.

Konkrete Beschwerden der Streikenden

Laut der am 6. April registrierten Streikankündigung hat das Unternehmen Personal abgebaut, ohne die Abgänge angemessen zu ersetzen. Zu den konkreten Streikgründen zählen USCA und CCOO die Absage bereits genehmigter Urlaube, den missbräuchlichen Einsatz von Bereitschaftsdiensten, kurzfristige Schichtänderungen, mangelnde Transparenz in den Dienstplänen bezüglich obligatorischer Ruhezeiten sowie irreguläre organisatorische Praktiken an mehreren Standorten.

Warnung vor Ermüdung und Stress

Die streikaufrufenden Organisationen warnen eindringlich davor, dass die Flugsicherheit nicht von einer permanent übermüdeten, gestressten und verunsicherten Belegschaft aufrechterhalten werden kann. Ihrer Ansicht nach gefährden der Mangel an effektiven Ruhephasen und die ständige Umstellung der Arbeitsorganisation die Konzentration, die für einen so essenziellen Dienst wie die Flugverkehrskontrolle erforderlich ist.

Gesprächsversuche gescheitert

USCA und CCOO versichern, dass sie vor der Streikankündigung versucht hätten, einen Verhandlungsweg mit dem Unternehmen zu eröffnen. Die geplanten Treffen seien jedoch von Saerco wiederholt verschoben oder abgesagt worden. Schlüsselfragen wie die tatsächliche Personalstärke, die Vertretung bei Abwesenheiten, der Arbeitsschutz, das Ermüdungsmanagement und die Kriterien für die Dienstplangestaltung blieben daher unbeantwortet.

Forderungen und nächste Schritte

Mit diesem Streikaufruf fordern die Gewerkschaften ausreichend Personal an allen Kontrolltürmen, die Einhaltung der vorgeschriebenen Ruhezeiten für Fluglotsen sowie Arbeitsbedingungen, die mit der operativen Sicherheit und der beruflichen Würde vereinbar sind. Im Vorfeld wurde zudem die obligatorische Vermittlung durch den Servicio Interconfederal de Mediación y Arbitraje (SIMA) beantragt.

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