Neun Festnahmen nach Zerschlagung eines kriminellen Netzwerks
Die Guardia Civil hat auf Lanzarote acht und auf Gran Canaria eine weitere Person festgenommen. Die Festnahmen sind das Ergebnis der Zerschlagung eines kriminellen Netzwerks, das von einer Privatklinik im lanzarotenischen Costa Teguise aus internationale Versicherungsgesellschaften betrogen haben soll. In einer Mitteilung erklärte die Polizei, dass die Festnahmen am vergangenen 17. Dezember im Rahmen der „Operation Jipijapa“ wegen des Verdachts auf fortgesetzten Betrug, Geldwäsche und Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung erfolgten.
Ermittlungen begannen mit Anzeige über medizinische Unregelmäßigkeiten
Die Ermittlungen nahmen ihren Anfang nach einer Anzeige, die am 19. Februar 2024 bei der Hauptwache der Guardia Civil in Costa Teguise einging. Dort wurde vor mutmaßlichen medizinischen Unregelmäßigkeiten in besagtem Gesundheitszentrum gewarnt. Von diesem Moment an leitete die Guardia Civil die notwendigen Ermittlungen zur Aufklärung der Vorfälle ein. Die Beamten sammelten hinreichende Indizien, die den Antrag auf eine Durchsuchungsgenehmigung beim Ermittlungsgericht Nr. 1 in Arrecife begründeten. Diese Genehmigung betraf sowohl die Klinik als auch ein mit ihr verbundenes Unternehmen in Madrid.
Umfangreiche Beweissicherung bei Durchsuchungen
Während dieser Durchsuchungen, die mit Unterstützung von EDITE-Spezialisten der UOTPJ der Guardia Civil in Las Palmas durchgeführt wurden, beschlagnahmten die Ermittler eine große Menge an Dokumenten und elektronischen Geräten. Die Analyse der sichergestellten Materialien – darunter mehrere Mobilgeräte und Dutzende Terabyte an digitalen Informationen – brachte neue Straftaten ans Licht. Diese standen im Zusammenhang mit Betrügereien an in- und ausländischen Reiseversicherungsunternehmen.
Komplexes und schwer aufdeckbares Vorgehen
Diese Praktiken waren mutmaßlich durch eine hierarchische Struktur organisiert, in der jedes Mitglied eine Schlüsselrolle spielte. Das Vorgehen der Bande war komplex und aufgrund des geschlossenen Charakters der Gruppe nur schwer aufzudecken. Im Laufe der Ermittlungen nahm die Guardia Civil zudem neun Mitarbeiter des Gesundheitszentrums fest. Einige von ihnen werden auch wegen eines möglichen fahrlässigen Totschlags im Zusammenhang mit dem Tod eines ausländischen Touristen untersucht.
Internationale Zusammenarbeit und „Operation JIPIJAPA“
Ab September 2024 wurden die Maßnahmen formal unter dem Namen „Operation JIPIJAPA“ geführt. Sie stand unter der Leitung der Guardia Civil von Costa Teguise mit Unterstützung der UOPJ von Las Palmas. Die Ermittlungen erforderten die Zusammenarbeit verschiedener Polizeieinheiten auf nationaler und internationaler Ebene sowie den Kontakt zu zahlreichen ausländischen Versicherungsgesellschaften in Europa, Nord- und Südamerika. Mehrere dieser Gesellschaften traten, nachdem sie von den Fortschritten der Operation erfahren hatten, als Geschädigte dem Verfahren bei.
Verfahren geht an Gericht
Die Ermittlungsakten wurden schließlich an das Bereitschaftsgericht (Juzgado de Guardia) in Arrecife überstellt, wo das gerichtliche Verfahren nun fortgesetzt wird.

