Baustart für dritten Fahrstreifen auf der TF-5 im Sommer erwartet
Die Nordautobahn TF-5 auf Teneriffa, eine der am stärksten befahrenen Straßen der Insel, erhält einen dritten Fahrstreifen. Das Projekt auf dem Abschnitt zwischen Guamasa und dem Flughafen Teneriffa Nord (TFN) in Richtung Santa Cruz de Tenerife soll die Kapazität der Strecke um 50 Prozent erhöhen. Wie die Inselregierung (Cabildo) von Teneriffa am Freitag mitteilte, sollen die Bauarbeiten voraussichtlich im Sommer beginnen und eine Dauer von 36 Monaten haben. Die Investitionen belaufen sich auf 66,4 Millionen Euro.
Keine Vollsperrung und wenige Enteignungen nötig
Emilio Grande, der leitende Ingenieur des Projekts, betonte bei einer Pressekonferenz, dass während der gesamten Bauphase keiner der beiden bestehenden Fahrstreifen voll gesperrt werden muss. Der Verkehr kann also weiterfließen. Zudem seien nur wenige neue Grundstücksenteignungen notwendig, da der Großteil bereits beim ursprünglichen Bau der Autobahn erfolgte. Etwa 90 Prozent der betroffenen Trasse verlaufe ohnehin auf öffentlichem Grund, ergänzt durch Flächen, die von der Flughafenbehörde AENA bereitgestellt werden.
Entlastung für einen neuralgischen Verkehrsknoten
Konkret wird der Abschnitt zwischen den Kilometern 11 und 15 der TF-5 ausgebaut – also zwischen San Lázaro und dem Coca-Cola-Werk. Neben dem neuen Fahrstreifen umfasst das Projekt auch eine deutliche Verbesserung der Anschlussstellen (Enlaces) von Guamasa, des Flughafens und von San Lázaro. Ziel ist es, den Verkehrsfluss in einem der am stärksten staugefährdeten Bereiche der Insel zu optimieren. Der Ingenieur verwies auf das massive Verkehrswachstum: Waren es in den 1960er Jahren noch etwa 5.000 Fahrzeuge täglich, sind es heute über 100.000 – mit Spitzenwerten von bis zu 12.000 Fahrzeugen pro Stunde in einer Infrastruktur, die für 22.000 ausgelegt ist.
„Hipódromo“-Kreuzung und neues Flughafen-Design
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört die Schaffung einer neuen, sogenannten „Hipódromo“-Anschlussstelle. Diese spezielle Bauform, eine Art Schleifenkreuzung, soll den Verkehr besser verteilen und Konfliktpunkte reduzieren. Zudem wird die Anbindung des Nordflughafens neu organisiert, um einen Teil des Verkehrs aus La Laguna aufzunehmen und so die Belastung der Kreuzung San Lázaro zu verringern. Das gesamte Vorhaben, dessen Planung 2018 begann, befindet sich aktuell in der Ausschreibungsphase.
Innovation: Sturmwasser-Rückhaltebecken für die Autobahn
Ein besonderes technisches Merkmal des Projekts ist die Integration eines Systems von Sturmwasser-Rückhaltebecken (tanques de tormentas). Da die natürlichen Schluchten (Barrancos) im Abschnitt zwischen La Laguna und Portezuelo nicht ausreichen, um bei starken Regenfällen das Wasser konventionell abzuleiten, werden sechs unterirdische Speicherbecken gebaut. Diese fangen den ersten Oberflächenabfluss auf, speichern ihn zwischen, reinigen ihn und geben ihn verzögert ab. So sollen Überflutungen und Verschmutzungen verhindert werden – eine Anpassung an die zunehmend intensiveren Wetterphänomene auf den Kanaren.
Politische Einigkeit und nächste Schritte
An der Pressekonferenz nahmen hochrangige Politiker teil, darunter der Präsident der Kanarischen Regierung, Fernando Clavijo, und die Präsidentin des Cabildo, Rosa Dávila. Clavijo betonte die konsensorientierte Zusammenarbeit der Institutionen und verwies parallel auf die gesteigerten Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr von insgesamt 150 Millionen Euro jährlich. Der zuständige Regionalminister für öffentliche Arbeiten, Pablo Rodríguez, gab bekannt, dass das Ausschreibungsverfahren nach der Veröffentlichung am 24. Dezember neun Angebote erhalten habe. In den kommenden Wochen soll der Zuschlag vorbereitet werden, möglicherweise bereits im April. „Das Ziel ist, die Arbeiten so bald wie möglich zu beginnen“, so Rodríguez, „voraussichtlich im Sommer.“ Für Inselpräsidentin Rosa Dávila ist der dritte Fahrstreifen „ein entscheidender Schritt“ und keine gewöhnliche Baumaßnahme, sondern eine direkte Antwort auf die täglichen Staus, die Lebensqualität und die wirtschaftliche Entwicklung Teneriffas.

