Jeder sechste Einwohner hat einen ausländischen Pass
Die Kanarischen Inseln werden internationaler: Jeder sechste Einwohner besitzt eine ausländische Staatsbürgerschaft. Das geht aus den neuesten Daten der Fortlaufenden Bevölkerungsstatistik (Estadística Continua de Población) hervor, die das spanische Nationale Statistikinstitut (INE) am Donnerstag veröffentlicht hat. Von den insgesamt 2.272.734 Einwohnern der Inselgruppe haben 345.823 Personen, also 15,2 Prozent, keinen spanischen Pass. Noch deutlicher wird das internationale Flair, wenn man den Geburtsort betrachtet: Fast jeder vierte Bewohner der Kanaren, genau 545.225 Menschen oder 23,9 Prozent, wurde außerhalb Spaniens geboren.
Bevölkerung wächst – Kanaren im Mittelfeld
Insgesamt ist die Einwohnerzahl des Archipels im vergangenen Jahr um 13.868 Personen gestiegen, was einem Wachstum von 0,61 Prozent entspricht. Damit liegen die Kanaren im landesweiten Vergleich im unteren Mittelfeld. Den stärksten Zuwachs in Spanien verzeichnete die Region Valencia mit einem Plus von 1,78 Prozent, gefolgt von Kastilien-La Mancha (1,31 %) und Aragonien (1,26 %). Deutlich geringer fiel das Wachstum in Regionen wie Extremadura (0,18 %) oder dem Baskenland (0,46 %) aus. Der gesamtspanische Durchschnitt lag bei 0,90 Prozent. Spanien zählte zum 1. Januar 2026 vorläufigen Daten zufolge 49.570.725 Einwohner, ein Nettozuwachs von 442.428 Menschen innerhalb eines Jahres.
So verteilen sich die Einwohner auf die sieben Inseln
Die knapp 2,3 Millionen Einwohner der Kanaren sind nicht gleichmäßig verteilt. Die beiden großen Inseln Teneriffa und Gran Canaria beherbergen den Löwenanteil der Bevölkerung. Die aktuelle Aufteilung sieht wie folgt aus:
- Teneriffa: 972.018 Einwohner
- Gran Canaria: 879.456 Einwohner
- Lanzarote: 168.958 Einwohner
- Fuerteventura: 130.977 Einwohner
- La Palma: 86.984 Einwohner
- La Gomera: 22.208 Einwohner
- El Hierro: 12.133 Einwohner
Ausländische Bevölkerung wächst in „leerer“ Spanien schneller
Ein interessantes Detail der Statistik: Während der Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung in Spanien insgesamt bereits die Marke von 10 Millionen und 20 Prozent überschritten hat, ist das Wachstum dieser Gruppe regional sehr unterschiedlich. Besonders stark, mit Zuwachsraten um die 10 Prozent, wächst sie in Regionen des dünn besiedelten ländlichen Spaniens, der sogenannten „España vacía“ (leeres Spanien). Beispiele sind Asturien (+10,33 %), Kastilien und León (+10,27 %) und Extremadura (+9,62 %).
In den beiden Inselarchipelen fiel der Zuwachs an ausländisch geborenen Einwohnern hingegen deutlich moderater aus: Auf den Balearen betrug er 2,88 Prozent, auf den Kanaren 2,92 Prozent. Auch in Madrid (4,15 %) oder Murcia (4,85 %) war das Wachstum geringer.
Kanarische Provinz unter den Top Fünf
Betrachtet man die spanischen Provinzen mit dem höchsten Anteil an im Ausland geborenen Einwohnern, findet sich eine kanarische Provinz in der Spitzengruppe. Die Provinz Santa Cruz de Tenerife liegt mit einem Ausländeranteil von 26,05 Prozent auf Platz fünf. An der Spitze stehen Alicante (30,51 %), die Balearen (29,27 %), Girona (27,88 %) und Barcelona (26,09 %). Die geringsten Anteile verzeichnen die südspanischen Provinzen Córdoba (5,66 %), Badajoz (6,04 %) und Jaén (6,11 %).

