Milliarden-Investition für Spaniens Flughäfen beschlossen
Der Verwaltungsrat des Flughafenbetreibers Aena hat den Vorschlag für das Dritte Flughafenregulierungsdokument (DORA III) für den Zeitraum 2027-2031 gebilligt. Das Paket sieht Gesamtinvestitionen von 12,888 Milliarden Euro vor, von denen 9,991 Milliarden Euro als regulierte Investitionen in den DORA-Plan aufgenommen sind. Der Plan, der bereits an die Zivilluftfahrtbehörde und die Wettbewerbsbehörde CNMC übermittelt wurde, zielt darauf ab, die Sicherheit und Kapazität der spanischen Flughäfen für eine prognostizierte Passagierzahl von 1,69 Milliarden in den nächsten fünf Jahren abzusichern.
Leichte Tariferhöhung und großer Investitionszyklus
Zudem schlägt Aena eine durchschnittliche jährliche Erhöhung der Gebühr pro Passagier um 0,43 Euro vor. Diese Anpassung soll die Gebühren von Aena auf einem sehr wettbewerbsfähigen Niveau halten und dem Unternehmen weiterhin hohe Effizienz ermöglichen. Die 43 Cent werden je nach Größe des Flughafens angepasst – bei mittleren und kleinen Flughäfen fällt die Erhöhung geringer aus, da die Gebühren bei Aena ohnehin nach Flughafengröße gestaffelt sind.
In einer außerordentlichen Sitzung billigte der Aena-Verwaltungsrat am Dienstag (18. Februar 2026) den DORA-Vorschlag. Für diesen Fünfjahreszeitraum plant das Unternehmen einen großen Investitionszyklus. Das Ziel ist es, die Flughäfen mit der notwendigen Kapazität auszustatten, um den künftigen Verkehrsbedarf zu bedienen, die höchsten Sicherheits- und Wartungsanforderungen zu erfüllen sowie erstklassige Qualitätsstandards für Passagiere und Airlines bei gleichzeitiger Nachhaltigkeit für die Umwelt zu gewährleisten – und das alles bei wettbewerbsfähigen Gebühren. Das spanische Ministerkabinett muss das finale Dokument spätestens im September dieses Jahres genehmigen.
Schwerpunkt Kanaren: Über 800 Millionen Euro für die Inselflughäfen
Bereits im September letzten Jahres hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärt, dass der Investitionsvorschlag von Aena in Höhe von 13.000 Millionen Euro über 800 Millionen Euro für die Flughäfen der Kanarischen Inseln umfasst.
Teneriffa Süd: 550 Mio. Euro für eine komplett neue Terminal-Erfahrung
Der Flughafen Teneriffa Süd erhält eine Gesamtinvestition von 550 Millionen Euro. Diese umfasst die vollständige Umgestaltung des Terminalbereichs, die die Passagiererfahrung deutlich verbessern und die Flächen um fast 50% vergrößern soll. Geplant sind die Anpassung der Fassade zu den Zufahrtsstraßen, ein neuer Check-in-Bereich, Remote-Boarding-Lounges sowie die Einführung neuer Technologien und die architektonische Integration des gesamten Terminals mit seiner Umgebung.
Teneriffa Nord: 250 Mio. Euro für mehr Kapazität
Der Flughafen Teneriffa Nord – Ciudad de La Laguna erhält 250 Millionen Euro. Das Terminalgebäude wird erweitert, um durch verbesserte Prozesse und neue Flächen (mehr als 40% Zuwachs) den erwarteten Verkehrsbedarf zu decken. Konkret vorgesehen sind: die Vergrößerung des Check-in-Bereichs mit mehr Schaltern, die Erweiterung der Sicherheitskontrollen im emblemantischsten Teil des Gebäudes, mehr Gates und Wartebereich, eine größere Gepäckausgabe mit mehr Förderbändern, eine funktionale Neuordnung der Parkplätze und die Koordination der Flughafenzufahrten mit dem TF-5-Projekt.
Auch die anderen Kanaren-Inseln profitieren massiv
Lanzarote: Neues architektonisches Wahrzeichen
Am Aeropuerto César Manrique-Lanzarote sind bedeutende Maßnahmen geplant: mehr Schalter und Check-in-Fläche, erweiterte Sicherheits- und Passkontrollen, größere Wartebereiche und mehr Gates (mit getrennten Zonen für Schengen- und Nicht-Schengen-Verkehr), Ausbau der Gepäckausgabe. Zudem ändert sich das architektonische Design: Mit einem einheitlichen Dach und verbessertem Innenraum-Image wird der Flughafen zu einem neuen identitätsstiftenden Raum für Lanzarote. Die aktuellen Flächen verdoppeln sich nahezu, da die beiden Terminals zusammengeführt werden, wobei ein Bereich für interinsulare Flüge erhalten bleibt.
Gran Canaria: Modernisierung bestehender Infrastruktur
Für den Aeropuerto de Gran Canaria, dessen Gebäude in früheren Maßnahmen bereits auf 173.000 Quadratmeter erweitert wurde, sieht der Plan die Anpassung des Terminals an neue Sicherheitskontrollen mit Hightech, Fassadenverbesserungen, die Neugestaltung der Ankunftshalle sowie Arbeiten an den Parkplätzen vor. Zunächst werden funktionale Entwürfe erstellt, um zu analysieren, ob später tiefgreifendere Maßnahmen nötig sind.
Fuerteventura: Fokus auf Technologie und Nachrüstung
Nach früheren Investitionen von über 237 Millionen Euro in einen Modernisierungs- und Erweiterungsplan steht für Fuerteventura die Anpassung des Terminals an neue Sicherheitstechnologie, die Erneuerung elektromechanischer Anlagen und die Prüfung weiterer Maßnahmen in späteren Plänen an.
El Hierro, La Palma und La Gomera: Operative und nachhaltige Upgrades
El Hierro: Maßnahmen auf dem Vorfeld (neue Parkposition), verbesserte Sicherheit, Erneuerung der Fahrbahnbeläge, IT-Systeme und Nachhaltigkeit (Umstellung auf LED, Erneuerung der Kläranlage). Über eine Million Euro fließen in die Parkplatzerweiterung (ca. 20% mehr Plätze).
La Palma: Verbesserungen von Prozessen und Qualität im Terminal, Arbeiten auf dem Vorfeld, erhöhte Betriebssicherheit (Verbreiterung der Landebahn), IT-Systeme und Nachhaltigkeit (Erneuerung von Windkraftanlagen, Schallschutz). In der Vergangenheit wurden hier bereits 225 Millionen Euro in ein neues Terminal, einen neuen Kontrollturm und andere Infrastruktur investiert.
La Gomera: Prozess- und Qualitätsverbesserungen im Terminal, Vorfeldmaßnahmen, Sicherheitserhöhung, Erneuerung der Landebahn und IT-Upgrades. Zudem ist ein Photovoltaik-Plan mit zwei Solaranlagen (je 0,59 Hektar, 0,499 MW Nennleistung) entworfen.
Ziele: Passagierkomfort, Effizienz und Nachhaltigkeit
Aena betont, dass die großen Investitionen der Jahre 2000-2010 das Wachstum über dem europäischen Durchschnitt bisher ohne operative Probleme ermöglicht hätten. Der neue Plan soll sicherstellen, dass die Flughäfen auch in Zukunft kein Hindernis für Mobilität und wirtschaftlichen Fortschritt darstellen.
„Dieser Vorschlag zeigt das feste Engagement von Aena für Passagiere und Airlines in einem Umfeld stark beanspruchter Infrastrukturen“, erklärt Aenas Vorstandsvorsitzender und CEO Maurici Lucena. Das Unternehmen hat 26 anspruchsvollere Indikatoren (Passagierzufriedenheit, Wartezeiten, Umwelt, Technologie) festgelegt, um hohe Qualitätsstandards zu halten. Das Ziel „Net Zero“ bis 2030 – 20 Jahre vor dem Rest der Branche – werde ebenfalls große Investitionen erfordern, so der Manager.

