Milliarden-Investitionen für die Kanarischen Flughäfen
Der spanische Flughafenbetreiber Aena hat einen ehrgeizigen Investitionsplan auf den Tisch gelegt. Das kürzlich vom Verwaltungsrat gebilligte dritte Flughafenregulierungsdokument (DORA III) für den Zeitraum 2027 bis 2031 sieht Investitionen in den kanarischen Flughäfen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro vor. Parallel zu diesen gewaltigen Ausgaben plant das öffentliche Unternehmen jedoch auch moderate Gebührenerhöhungen. Die durchschnittliche jährliche Steigerung der Flughafengebühren auf den Kanaren soll weniger als 30 Cent betragen. Wie Aena in einer Mitteilung an die Medien ergänzt, seien die Erhöhungen sogar noch geringer, wenn die geltenden Anreizsysteme zur Anwendung kommen. Für innerkanarische Flüge lägen die Beträge sogar unter 10 Cent.
Ziel: Zukunftssichere Infrastruktur bei wettbewerbsfähigen Preisen
Das öffentliche Unternehmen verteidigt diese Investitionsoffensive, die auf gesamtstaatlicher Ebene fast 13 Milliarden Euro umfasst, mit dem Ziel, die Flughafeninfrastruktur für die künftige Verkehrsnachfrage zu wappnen. Gleichzeitig sollen Sicherheits- und Wartungsanforderungen garantiert sowie die Servicequalität für Passagiere und Airlines bei hohen Nachhaltigkeitsstandards gewährleistet werden – und das alles bei wettbewerbsfähigen Gebühren. All dies geschehe, so Aena, um die Mobilität und das Wachstum der Regionen zu fördern, in denen die Flughäfen liegen.
Teneriffa im Fokus: Über eine halbe Milliarde für Süd und Nord
Laut den detaillierten Plänen des Unternehmens beginnen im Fünfjahreszeitraum 2027-2031 die bedeutendsten Maßnahmen am Flughafen Teneriffa Süd. Dessen Erweiterung, die sich über spätere Perioden erstrecken wird, sieht Gesamtinvestitionen von 550 Millionen Euro vor. Konkret beläuft sich die von Aena für Teneriffa Süd vorgeschlagene Gesamtinvestition auf 553,6 Millionen Euro – ein gewaltiger Sprung gegenüber den 68,9 Millionen Euro im Zeitraum 2022-2026. Für das Erweiterungsprojekt sind allein zwischen 2027 und 2031 289 Millionen Euro eingeplant.
Auch der Flughafen Teneriffa Nord – Ciudad de La Laguna profitiert massiv: Hier sind Investitionen in Höhe von 313,4 Millionen Euro vorgesehen (2022-2026: 67,8 Mio. €). Davon entfallen 149 Millionen Euro auf ein eigenes Erweiterungsprojekt.
Gran Canaria und Lanzarote mit großen Budgets
Für Gran Canaria sieht der Vorschlag 336,3 Millionen Euro vor (vorheriger Zeitraum: 63,9 Mio. €). Mit diesem Budget sind unter anderem die Anpassung des Terminals an neue Sicherheitskontrollen mit Hightech-Geräten, Fassadenverbesserungen und die Neugestaltung der Ankunftshalle geplant. Auch Maßnahmen auf den Parkplätzen sind vorgesehen.
Ebenfalls ein Schwerpunkt ist der Flughafen César Manrique-Lanzarote, für den Investitionen von 327,4 Millionen Euro geplant sind (2022-2026: 39 Mio. €). Davon sind 144 Millionen Euro für ein Erweiterungsprojekt reserviert, das in späteren Perioden fortgesetzt wird.
Investitionen für die kleineren Inseln
Für die nicht als Hauptinseln geltenden Eilande sieht der Plan ebenfalls deutliche Steigerungen vor:
- La Palma: 89 Millionen Euro (2022-2026: 28,8 Mio. €)
- Fuerteventura: 153,2 Millionen Euro (2022-2026: 54 Mio. €)
- La Gomera: 19,2 Millionen Euro (2022-2026: 5 Mio. €)
- El Hierro: 14,8 Millionen Euro (2022-2026: 6,9 Mio. €)
Politischer Ruf nach mehr kanarischer Mitsprache
Der Präsident der Kanarischen Regierung, Fernando Clavijo, nutzte am Freitag eine Veranstaltung der Vereinigung für Führungsfortschritt auf den Inseln, um ein Modell stärkerer regionaler Mitbestimmung zu fordern. Er verteidigte die Einrichtung eines Verwaltungsorgans für die Flughäfen, in dem die Autonome Gemeinschaft, die Zentralregierung und andere Vertreter präsent sind – ähnlich wie bei den Hafenbehörden. Clavijo wies darauf hin, dass dieses Modell bereits im 2018 verabschiedeten Autonomiestatut verankert sei und nun nur noch umgesetzt werden müsse.
Er betonte, dass die kanarischen Flughäfen innerhalb des Aena-Netzes profitabel arbeiteten und nach Solidaritätskriterien handelten. Daher, so seine Überzeugung, könne ein Teil dieser Gewinne für weniger rentable Infrastrukturen in anderen Teilen des Netzes verwendet werden. Die Prinzipien des Ausgleichs und der Solidarität müssten das System leiten.

