Adeje schreitet gegen wilde Siedlungen ein
Die Gemeinde Adeje auf Teneriffa hat angekündigt, gegen die illegalen Siedlungen vorzugehen, die in verschiedenen Gebieten des Gemeindegebiets festgestellt wurden. Dies ist das Ergebnis eines Treffens mit den für Sicherheit, Baurecht und Naturschutz zuständigen Behörden. Die Maßnahmen konzentrieren sich auf die Ortsteile El Valito, Llano Negro, Las Moreras, El Puertito und La Caleta. In diesen Enklaven hat die Gemeindeverwaltung eine besorgniserregende Entwicklung des Phänomens festgestellt.
Von gelegentlicher Nutzung zu illegalen Vermietungen
Wie Bürgermeister José Miguel Rodríguez Fraga (nicht im Original genannt, Anm. d. Red.) erläuterte, haben sich diese Flächen von einer gelegentlichen Wohnnutzung hin zu Situationen entwickelt, die mit Ferienwohnungen und längerfristigen, illegalen Mietverhältnissen verbunden sind. Die Sicherheitsdezernentin Mercedes Vargas warnte, dass sich die Lage „in den letzten Monaten verschlechtert“ habe. Als Gründe nannte sie die Ansammlung von Müll, die Zunahme von Schädlingen, die Einleitung von Abwässern ins Meer und die Brandgefahr. „Das Ziel ist es, eine gemeinsame Vorgehensweise festzulegen und mit allen rechtlichen Garantien zu arbeiten“, betonte sie.
Breites Bündnis gegen die Missstände
An dem von der Gemeinde Adeje einberufenen Treffen zur Lösung des Problems nahmen die örtliche Polizei, die Guardia Civil, die Nationalpolizei, die Direktorin der Kanarischen Agentur für den Schutz der Natur, Mª Montserrat Ortega Montesdeoca, sowie Gemeindejuristen und Stadträte teil. Die Umweltbehörde erklärte, dass sie bereits individuelle Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen das Baurecht einleitet, die Gesamtverantwortung für die Verwaltung jedoch bei der Gemeinde liege.
Juristische Schritte gegen Grundstückseigentümer
Ortega Montesdeoca teilte der Gemeindeverwaltung mit, dass die rechtlichen Grundlagen bestehen, um ein Verfahren von Amts wegen gegen den Grundstückseigentümer wegen der Müllansammlung einzuleiten und seine Zustimmung einzuholen, falls eine Räumung erforderlich sei. Sie bot zudem eine Zusammenarbeit im Bereich des Küstenschutzes an. Die Rechtsabteilung der Gemeinde bestätigte, dass für jede entdeckte Wohnung ein separates Verfahren nach dem Baugesetz eröffnet werde. Die tatsächliche Räumung könne in Abstimmung mit der Umweltbehörde und der Küstenverwaltung erfolgen.
Keine Wohnungsnot, sondern Zweitwohnungen
Der Stadtrat für Präsidiales und Stadtplanung, Manuel Luis Méndez Martín, wies darauf hin, dass es sich bei den meisten Fällen um Zweitwohnungen oder alternative Lebensformen handle, nicht um Wohnungsnot. Die Stadträtin für Gemeinwohl und sozialen Zusammenhalt, Raquel Rodríguez Alonso, erklärte, dass die Gemeinde die Personen, die diese Siedlungen bewohnen, identifiziert habe und nur eine geringe Zahl von ihnen von den Sozialdiensten betreut werden müsse. Die Behörden vereinbarten, die Zustellungs- und Identifizierungsverfahren zu koordinieren.

