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Fecam: Wohnungsnot treibt Kinder in die Armut

Aufbereitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage spanischsprachiger Informationen. Quelle unter dem Artikel.

Die Wohnungskrise auf den Kanarischen Inseln ist nach Ansicht des Gemeindeverbands Fecam die zentrale Ursache dafür, dass Armut auf dem Archipel immer weiter um sich greift und sich verfestigt. Vor der parlamentarischen Kommission zur Kinderarmut im Kanarischen Parlament verlangte die Fecam-Präsidentin María Concepción Brito deshalb klare Preisgrenzen für Mieten, die für viele Menschen längst unbezahlbar geworden sind.

600 Euro für ein Zimmer – selbst außerhalb der Hauptstädte

In Gemeinden, die nicht zu den Inselhauptstädten zählen, werden inzwischen bis zu 600 Euro für ein einzelnes Zimmer verlangt. Brito bezeichnete die Mieten als „inasumibles“ – also schlicht nicht mehr tragbar – und machte deutlich, dass die Wohnungsfrage der entscheidende Hebel im Kampf gegen die Armut ist. Solange sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt nicht ändere, würden sich die Probleme in vielen Familien weiter verschärfen und chronisch werden.

Kanarische Regierung blockiert Mietpreisbremse

Dabei könnte die Regionalregierung handeln: Bis heute hat die Regierung der Kanarischen Inseln keinerlei Maßnahmen zur Begrenzung der Mietpreise auf den Inseln auf den Weg gebracht. Auch das staatliche Wohnungsgesetz, das in angespannten Wohnungsmärkten Preiseingriffe ermöglicht, wird auf dem Archipel nicht angewendet. Tatsächlich hat die kanarische Regierung bislang keine einzige „angspannte Wohnzone“ ausgewiesen, obwohl die Voraussetzungen dafür in vielen Gemeinden längst gegeben wären. Brito kritisierte, dass der Bau öffentlicher Wohnungen viel zu langsam vorankomme. Solange das so bleibe, müsse die Regierung endlich tätig werden – etwa durch die Ausweisung angespannter Wohnzonen, die Begrenzung der Preise und die Förderung der Sanierung von Bestandsgebäuden.

Ferienvermietung: Kontrolle ohne Geld

Auch bei der Regulierung der Ferienvermietung sieht Brito die Gemeinden im Stich gelassen. Die Kontrolle liege zwar bei den Rathäusern, doch finanzielle Mittel für diese Aufgabe würden ihnen nicht zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus brachte sie ins Spiel, den Kauf von Wohnungen durch Ausländer einzuschränken – räumte allerdings ein, dass diesem Vorhaben sowohl Kompetenzgrenzen als auch die Vorgaben des europäischen Rechts im Wege stehen.

Frust in den Gemeinden: Sozialkatalog ohne Finanzierung

Deutliche Worte fand die Fecam-Präsidentin auch zur Sozialpolitik: Die Gemeinden seien frustriert, weil die kanarische Regierung den Sozialleistungskatalog zwar beschlossen, aber nie finanziell ausgestattet habe. Zwar habe die Regierung eine Überarbeitung angekündigt – doch auch diese Reform sei bis heute nicht umgesetzt worden. Hinzu kommt, dass der mit den Rathäusern vereinbarte „Plan Concertado“ seit dem Jahr 2002 nicht mehr aktualisiert wurde.

Kitas: Gemeinden zahlen, was eigentlich das Land bezahlen müsste

Brito forderte zudem eine flächendeckende Versorgung mit Betreuungsplätzen für Kinder von null bis drei Jahren auf allen Inseln. Derzeit seien die Gemeinden gezwungen, sogenannte uneigene Zuständigkeiten zu übernehmen, nur um die Kindergärten am Laufen zu halten. Dem Bildungsressort warf sie vor, sich ausschließlich über Infrastruktur zu äußern, und wies die Darstellung zurück, die Probleme mit der Klimatisierung lägen in der Verantwortung der Gemeinden. Ihre klare Antwort: Man könne nicht instand halten, was es gar nicht gebe.

Armutsgelder kommen zu spät und zu knapp

Ein weiteres Ärgernis aus Sicht der Gemeindevertreterin: Die staatlichen Mittel zur Armutsbekämpfung, die für die Rathäuscher zwischen sieben und neun Millionen Euro umfassen, erreichen die Gemeinden erst zum Jahresende. Dann reichten sie kaum aus, um die strukturellen Kosten und Personalausgaben zu decken, die im Laufe des Jahres bereits angefallen sind. Für neue Initiativen bleibe damit kein Spielraum.

Psychische Not bei Kindern und Jugendlichen wächst

Brito schlug außerdem Alarm wegen der gesundheitlichen Folgen der angespannten Lebenssituation: Wirtschaftlicher und wohnungsbezogener Stress stünden in engem Zusammenhang mit einer Zunahme diagnostizierter psychischer Probleme bei Minderjährigen unter 18 Jahren. Vom Kanarischen Gesundheitsdienst (Servicio Canario de la Salud) verlangte sie, Psychologen in den Gesundheitszentren der einzelnen Regionen einzusetzen. Die Unterstützung, die die Gemeinden derzeit aus eigener Kraft leisteten, sei bei weitem nicht ausreichend.

Es gebe eine wachsende Problematik im Bereich psychische Gesundheit und Suchterkrankungen bei jungen Menschen, die den Einsatz von Straßensozialarbeitern erfordere. Zugleich falle die Obdachlosigkeit allein den insularen Einrichtungen zur Last, weil es an kommunaler Finanzierung fehle, so Brito. Sie betonte: Die Diagnosen lägen längst vor. Und sie warnte, dass zwei Gehälter in einem Haushalt heute nicht mehr ausreichten, um alle wesentlichen Ausgaben einer Familie zu decken.

Kleine Gemeinden am Limit

Vor allem Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern verfügten nicht über die Mittel, um multidisziplinäre Teams zu unterhalten, betonte die Fecam-Präsidentin. Sie müssten sich auf Sozialarbeiter beschränken – ohne Unterstützung durch Psychologen oder Pädagogen. Die Mittel aus dem „Plan Concertado“ reichten nicht aus, um Personal aufzustocken. Brito schlug deshalb vor, auch die emotionale Belastung der Fachkräfte in der sozialen Arbeit in den Blick zu nehmen. Diese seien einem enormen Verschleiß ausgesetzt und fielen wegen emotionalen Stresses krankheitsbedingt aus, weil die Fälle, die sie betreuten, oft sehr belastend seien. Als Gegenmaßnahme regte sie einen spezialisierten psychologischen Betreuungsdienst unter der Trägerschaft des Gesundheitsressorts an.

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