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Helles Objekt rast über Kanarenhimmel – Sting-Konzertgäste staunen

Heller Feuerball über dem Archipel

Ein spektakuläres Himmelsereignis hat in der Nacht zum Samstag die Kanarischen Inseln in Aufregung versetzt. Gegen 23.35 Uhr durchzog ein leuchtend grün-weißer Feuerball den Nachthimmel des Archipels. Das Naturphänomen war von zahlreichen Punkten der Inseln aus mit bloßem Auge zu erkennen und löste eine Welle von Anrufen bei der Notrufzentrale 112 aus. Sogar die Besucher des Sting-Konzerts im Palmetum von Santa Cruz auf Teneriffa wurden Zeugen des grellen Lichtblitzes, der für wenige Augenblicke den Himmel erhellte.

Wissenschaftliche Aufzeichnung vom Observatorium

Der Himmelskörper wurde von der Himmelsüberwachungskamera des Großteleskops Gran Telescopio Canarias (GTC) aufgezeichnet. Die Kamera ist am Observatorio del Roque de los Muchachos auf La Palma stationiert. Auf den Aufnahmen ist das Objekt in niedriger Höhe in Richtung Osten-Nordosten zu sehen, genauer gesagt in Richtung des Sternbilds Pegasus. Darüber hinaus fingen auch die Kameras des AMOS-Experiments das Phänomen ein, die sowohl am Teide-Observatorium auf Teneriffa als auch am Roque-de-los-Muchachos-Observatorium installiert sind.

Präzise Bahnberechnung möglich

Wie der Forscher Javier Licandro vom Instituto de Astrofísica de Canarias (IAC) erklärt, ermöglicht diese doppelte Erfassung eine äußerst präzise Rekonstruktion der Flugbahn des Objekts. Das AMOS-System kann die Flugbahn triangulieren. Dank der während des Vorbeiflugs gewonnenen Spektren können die Wissenschaftler zudem sowohl die Helligkeit als auch die genaue Zusammensetzung des Objekts analysieren. Das Phänomen war derart hell, dass es von zahlreichen Orten der Inseln aus sichtbar war.

Viele Anrufe beim Notruf

Bevor diese wissenschaftlichen Daten vorlagen, hatte die Notrufzentrale 112 bereits bestätigt, dass gegen 23.37 Uhr mehrere Anrufe aus verschiedenen Teilen der Kanaren eingegangen waren. Die Anrufer beschrieben das Phänomen als einen „Lichtpunkt“, der den Himmel durchquerte. Der Notrufdienst konnte zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht die genaue Natur des Ereignisses bestimmen. In den ersten Stunden kursierten verschiedene Theorien, darunter die eines möglichen Meteoriten oder sogar der Wiedereintritt von Weltraumschrott.

Es war ein Bolide – kein Weltraumschrott

Die Analyse der wissenschaftlichen Teams deutet jedoch darauf hin, dass es sich um einen Boliden handelte – einen extrem hellen Meteor, der entsteht, wenn ein Gesteinsbruchstück aus dem Weltall mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eintritt. Die vom Gran Telescopio Canarias und vom AMOS-System aufgezeichneten Daten werden es nun ermöglichen, das Phänomen genauer zu untersuchen und seine physikalischen Eigenschaften sowie seine Flugbahn mit hoher Genauigkeit zu bestimmen.

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