la laguna 182 kulturgueter geneto entdeckt

La Laguna: 182 Kulturgüter in Geneto entdeckt

Eine detaillierte Bestandsaufnahme des ländlichen Kulturerbes

Die Stadtverwaltung von La Laguna hat in dieser Woche die Ergebnisse des ethnografischen Inventars von Geneto und Los Baldíos präsentiert. Die umfassende Studie ermöglichte es, insgesamt 182 Kulturgüter zu lokalisieren, zu beschreiben und georeferenziert zu erfassen – ein Anstieg von 68 Prozent im Vergleich zum bisherigen Kenntnisstand. Wie das Rathaus mitteilte, werden diese Daten in die bestehende technische Datenbank der Stadtplanungsbehörde (Gerencia de Urbanismo) eingepflegt, um den kommunalen Denkmalkatalog im Rahmen des neuen Generalbebauungsplans (PGO) zu erweitern.

Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit sind das Produkt von fast einem Jahr Feldforschung. Dabei wurde das ländliche Erbe dieser Ortsteile und Viertel von La Laguna untersucht, die sich durch ihre lange landwirtschaftliche Tradition und ihre historische Rolle als Durchgangsstation zwischen verschiedenen Punkten der Insel auszeichnen.

Von 58 auf 182 identifizierte Elemente

Der Stadtrat für Raumordnung und Kulturerbe, Adolfo Cordobés, hob die Bedeutung der geleisteten Arbeit und die Beteiligung der Bürger an ihrer Entwicklung hervor. „Dieses Inventar bestätigt, dass das ethnografische Erbe von Los Baldíos sowie San Miguel und San Bartolomé de Geneto noch viel reichhaltiger und vielfältiger ist, als wir bereits wussten. Wir sind von 58 erfassten Elementen im Jahr 2017 auf 182 gestiegen, darunter viele bisher unbekannte Objekte, die unter keinerlei Schutz stehen. Dieser quantitative und qualitative Sprung wird es uns ermöglichen, einen vollständigeren, strengeren und nützlicheren kommunalen Katalog zu erstellen, um deren Erhaltung geordnet zu planen“, erklärte Cordobés.

Die Studie, die von der Stadtplanungsbehörde von La Laguna in Auftrag gegeben und vom Unternehmen Trivo in Zusammenarbeit mit Cultania durchgeführt wurde, hat einen weitaus größeren Bestand an Kulturgütern identifiziert als bisher bekannt. Sie liefert eine vollständige und präzise Bestandsaufnahme dieses ausgedehnten Gebiets.

Die Dokumentation umfasst unter anderem einen detaillierten technischen Bericht, eine computerisierte Datenbank, Kartenschichten mit der genauen Position jedes Objekts in UTM-Koordinaten sowie einen Vorschlag zur Abgrenzung ihrer Schutzbereiche. Jede Einzelkarte enthält die Lage, grafische Aufnahmen, die Typologie, mögliche Beeinträchtigungen und den aktuellen Erhaltungszustand jedes Elements.

Interdisziplinäre Arbeit und Bürgerbeteiligung

Das Inventar wurde von einem interdisziplinären Team erstellt, dem Archäologen, Anthropologen, Ethnografen und Historiker angehörten. Sie kombinierten verschiedene methodische Ansätze. Der Prozess umfasste die Auswertung von Verwaltungsdokumenten, historischen Karten und Luftaufnahmen sowie eine systematische Geländebegehung und Interviews mit Anwohnern und wichtigen Informanten.

Die Identifizierung traditioneller Gebäude, Wasserinfrastrukturen, Dreschplätze, Wohnkomplexe und symbolisch-religiöser Elemente bietet einen umfassenden Einblick in die Kulturlandschaft der Region und ihre historische Entwicklung. Gleichzeitig schafft sie eine solide technische Grundlage, um auf der Basis objektiver und einheitlicher Kriterien den geltenden kommunalen Denkmalkatalog zu aktualisieren – im Einklang mit dem kanarischen Kulturerbegesetz (Ley 11/2019 de Patrimonio Cultural de Canarias).

„Dies wird dazu beitragen, dass Entscheidungen mit größerer technischer Klarheit und fundierten Kenntnissen des Gebiets getroffen werden, was die Rechtssicherheit sowohl für die Verwaltung als auch für die Eigentümer erhöht“, betonte Cordobés. Er erinnerte daran, dass das zukünftige Katalogisierungsverfahren dem in der regionalen Gesetzgebung vorgesehenen Ablauf folgen wird, einschließlich Fachgutachten und öffentlicher Auslegungsfristen.

Keine rechtlichen Änderungen, aber präzise Vorbereitung

Die vorgestellte Studie führt, wie das Rathaus betont, keine neuen Rechtsvorschriften ein und hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf die rechtliche Situation. Ihre Funktion ist ausschließlich informativ und vorbereitend, um sicherzustellen, dass zukünftige Katalogisierungsprozesse mit größerer Genauigkeit und Transparenz ablaufen. Die angewandte Methodik, die Geländebegehung, Dokumentenanalyse und mündliche Überlieferungen kombiniert, garantiert, dass jedes Element korrekt identifiziert und in seinen Kontext eingeordnet wird, bevor ein späteres Verwaltungsverfahren eingeleitet wird.

Traditionelle Gebäude dominieren das Inventar

Das Inventar zeigt, dass traditionelle Gebäude mit 112 Objekten (61,5 Prozent des Gesamtbestands) eindeutig am häufigsten vertreten sind. Sie spiegeln die ländliche Architektur Lagunas wider, mit Häusern, die ein-, zwei- oder vierseitig geneigte Dächer besitzen und entlang historischer Wege angeordnet sind. Es folgen Teiche und Wasserspeicher (13,2 Prozent), die das traditionelle Wissen im Umgang mit Wasser bezeugen; Wohnkomplexe (9,3 Prozent) und Dreschplätze (6,6 Prozent). Die Liste wird ergänzt durch symbolisch-religiöse Objekte, Terrassierungssysteme und andere Typologien wie künstliche Höhlen, Bienenstöcke, Brunnen, Tränken und Backöfen.

Schlechter Erhaltungszustand vieler Objekte

Der Bericht weist jedoch auf den allgemein schlechten Erhaltungszustand hin. Ein Großteil der Objekte befindet sich in einem mittelmäßigen bis schlechten Zustand. Gründe dafür sind die Aufgabe traditioneller landwirtschaftlicher und viehwirtschaftlicher Tätigkeiten, die Ausbreitung von Vegetation und der Siedlungsdruck. Im Gegensatz dazu befinden sich die symbolisch-religiösen Objekte (wie der Kalvarienberg Las Tres Cruces oder die Einsiedeleien) in einem besseren Zustand, da sie von der Gemeinschaft kontinuierlich gepflegt werden.

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