Vollsperrung des Guiniguada-Viadukts: Ein Monat Bauarbeiten im August
Autofahrer auf Gran Canaria müssen sich im August auf erhebliche Verkehrsbehinderungen einstellen. Der Guiniguada-Viadukt, eine der am stärksten befahrenen Strecken der Stadtautobahn um Las Palmas, wird ab dem 2. August für mehrere Wochen vollständig gesperrt. Grund sind dringende Abdichtungsarbeiten an der Fahrbahnoberfläche, wie Augusto Hidalgo, Vizepräsident der Inselregierung (Cabildo) von Gran Canaria, am heutigen Mittwoch bekannt gab.
Warum die Sperrung notwendig ist
Die Arbeiten seien unerlässlich, um die langfristige Erhaltung und Sicherheit der Brücke zu gewährleisten, erklärte Hidalgo, der auch für öffentliche Bauvorhaben zuständig ist, in einer Pressekonferenz. Die Sperrung wird sich über einen Monat erstrecken: 15 Tage in Richtung Norden und 15 Tage in Richtung Süden. Die Behörden haben sich bewusst für den August entschieden, da in diesem Monat das geringste Verkehrsaufkommen herrscht, um die Beeinträchtigungen für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten.
Auswirkungen auf den Verkehr und Ausweichrouten
Als Folge der Sperrung werden die Ausweichstrecken stärker frequentiert sein als üblich. Hidalgo warnte insbesondere vor dem Julio-Luengo-Tunnel, der während der gesamten Bauzeit mehr Verkehr schultern muss. Er betonte jedoch, dass umfangreiche Voruntersuchungen und Computersimulationen durchgeführt wurden, um die Auswirkungen zu berechnen. Diese zeigen, dass die Kapazität der Ausweichrouten nie überschritten wird. Zwar sei mit stockendem Verkehr zu rechnen, der einem normalen Werktag zur Hauptverkehrszeit entspreche, aber nicht mit einem vollständigen Zusammenbruch des Verkehrsflusses.
Hintergrund: Ein jahrelanges Problem
Die Bauarbeiten sind unumgänglich, um die strukturelle Sicherheit des Viadukts zu gewährleisten. Bereits vor Jahren wurde entdeckt, dass ein Konstruktionsfehler zu einem vorzeitigen Verschleiß der inneren Spannglieder (Vorspannkabel) geführt hatte, die für die Stabilität der Brücke entscheidend sind. Der Vizepräsident erinnerte daran, dass bereits vor einem Jahr eine erste dringende Maßnahme abgeschlossen wurde. Damals wurden die beschädigten Spannglieder ersetzt und durch eine schützende Abdeckung vor Witterungseinflüssen bewahrt. Diese Abdeckung sei entgegen der Bauvorschriften bei der ursprünglichen Errichtung des Viadukts nicht angebracht worden.
Ein ähnliches Versäumnis gab es bei der Abdichtung der Fahrbahnoberfläche, die ebenfalls nicht fachgerecht ausgeführt wurde – ein weiterer Risikofaktor für die Alterung des Bauwerks. Die nun für August geplante Abdichtung wurde bewusst zurückgestellt, nachdem die Stabilität der Brücke durch den Austausch der Spannglieder wiederhergestellt war. Man wollte die Arbeiten mit der derzeit laufenden Neubeschichtung der gesamten Stadtautobahn koordinieren.
Kosten und Zeitplan
Die Kosten für die Brückenarbeiten belaufen sich auf rund 2,2 Millionen Euro. Diese Summe ist im Ausschreibungsbudget für die Neubeschichtungsarbeiten enthalten, die insgesamt 11 Kilometer Fahrbahn umfassen. Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt 18,7 Millionen Euro, so Augusto Hidalgo.
Der Vizepräsident versicherte, dass alles so organisiert sei, dass die Arbeiten „so schnell wie möglich“ durchgeführt werden können, um die Beeinträchtigungen für die Bürger zu minimieren. „Konkret werden wir in Doppelschichten arbeiten. Sobald die einzelnen Abschnitte fertig sind, werden wir nachts die Asphaltierungsarbeiten vornehmen“, erläuterte er.

