Archäologischer Sensationsfund in der Inselhauptstadt
Bei Bauarbeiten am Anbau des Cabildo-Gebäudes, mitten im Zentrum von Santa Cruz de Tenerife, ist ein bemerkenswerter historischer Fund ans Licht gekommen. An einer Stelle, die in der Vergangenheit direkt an der Küstenlinie der Stadt lag und wo einst die Verteidigungsbatterien der Insel stationiert waren, wurde ein Kanonenrohr von außergewöhnlicher Größe entdeckt. Fachleute von Museos de Tenerife untersuchen den Fund nun eingehend.
Massives Geschütz aus der Verteidigungsgeschichte
Ersten Beobachtungen zufolge handelt es sich um eine eiserne Kanone, die mit der Verteidigung von Santa Cruz de Tenerife in Verbindung steht. Mit einem Gewicht von etwa drei Tonnen und etwas größeren Abmessungen als andere in der Gegend gefundene Artilleriegeschütze stellt sie einen besonderen Fund dar. Der Vizepräsident der Inselregierung (Cabildo), Lope Afonso, besichtigte den Fund am Mittwoch gemeinsam mit dem Kulturdezernenten, José Carlos Acha.
Studie, Konservierung und künftige Ausstellung
„Die Kanone wird von den technischen Teams von Museos de Tenerife, der für den Schutz und die Verbreitung des Inselerbes zuständigen Einrichtung, einem Prozess der Studie, Konservierung und Dokumentation unterzogen“, erklärte Afonso. Kulturdezernent José Carlos Acha betonte: „Unser Ziel ist es, ihre korrekte Konservierung zu gewährleisten und sie anschließend in die Ausstellungskonzepte unserer Zentren zu integrieren, wo sie in ihrem historischen Kontext interpretiert werden kann.“
Das Restaurierungsteam von Museos de Tenerife bewertet derzeit die genauen Merkmale des Fundes, seinen Erhaltungszustand und den notwendigen Restaurierungsbedarf, um eine historische Identifizierung vorzunehmen. Ersten Schätzungen zufolge könnte die Kanone aus dem späten 16. Jahrhundert stammen. Derzeit ist das Artilleriestück in einem schlechten Zustand und von einer großen Ansammlung von Erde und Mineralverkrustungen umgeben.
Heimathafen im Castillo de San Cristóbal
Das endgültige Ziel für diese Kanone ist das Centro de Interpretación del Castillo de San Cristóbal in den Untergeschossen der Plaza de España. „Dieser Ort ermöglicht es dem Besucher, die Überreste der Mauer des Castillo de San Cristóbal zu entdecken und zu kontextualisieren und mehr über die Geschichte und das Verteidigungssystem der Insel zu erfahren“, kommentierte Lope Afonso.
Das Zentrum zeigt das Verteidigungssystem Teneriffas auf und führt nicht nur durch die Festungen von Santa Cruz – wie San Cristóbal, San Juan oder Paso Alto –, sondern auch durch diejenigen, die über die restliche Inselgeografie verstreut waren. Einige davon stehen heute noch, wie das Castillo de San Felipe in Puerto de la Cruz oder das Castillo de San Miguel in Garachico. Außerdem wird dort der „Cañón Tigre“ ausgestellt, ein Geschütz von unschätzbarem historischem Wert, das entscheidend zur Niederlage des englischen Admirals Horatio Nelson bei seinem Invasionsversuch 1797 beitrug.
Komplexer Transport steht bevor
Der Transport der gefundenen Kanone stellt sich jedoch als komplexe Operation dar, die derzeit von den Technikern von Museos de Tenerife in Abstimmung mit dem für die Bauarbeiten verantwortlichen Unternehmen geprüft wird. Das Ziel ist, sowohl die Konservierung des Stückes als auch seine korrekte Installation im Zentrum zu gewährleisten, wo es schließlich der Öffentlichkeit präsentiert werden soll.

