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Calima färbt Kanarenhimmel ocker – bis mindestens Mittwoch

Calima färbt Kanarenhimmel ocker – bis mindestens Mittwoch

Eine dichte Calima, ausgelöst durch eine Saharaluftmasse, wird den Himmel über den Kanarischen Inseln noch mindestens bis zum kommenden Mittwoch in ein ockerfarbenes Licht tauchen. Die Luftmasse, die am Sonntag allmählich auf den Archipel zog, wird sich voraussichtlich noch drei weitere Tage halten. Angesichts dieser Situation hat die Staatliche Meteorologieagentur (Aemet) die gelbe Warnstufe – die höchste für dieses Phänomen – aktiviert. Sie warnt nicht nur vor einer stark eingeschränkten Sichtweite von bis zu drei Kilometern auf allen Inseln, sondern auch vor möglichen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung.

Verlauf und betroffene Gebiete

Am Montag wird der Schwebstaub zwar allgemein verbreitet sein, beginnt aber zunächst in den mittleren Höhenlagen, bevor er sich später auf die Küstenregionen ausdehnen kann. Der Eindringling aus der Sahara wird an den Ost- und Südhängen der Inseln besonders ausgeprägt sein. Auf Teneriffa bedeutet das konkret: Die Anaga-Gebirgsregion, Santa Cruz de Tenerife, La Laguna sowie die südlichen Gemeinden wie Arona oder Adeje werden stärker betroffen sein.

Temperaturanstieg und Wetterentwicklung

Die Calima bringt einen Anstieg der Nachttemperaturen mit sich, während die Höchstwerte – die am Sonntag bereits gestiegen sind – sich voraussichtlich nicht mehr stark verändern. Am Dienstag wird sich die Situation ähnlich darstellen, dann werden ab Mittag auch Nordwinde erwartet, die dabei helfen, die Calima allmählich zu vertreiben. Gänzlich frei vom Schwebstaub werden die Inseln aber erst am Mittwoch sein. An diesem Tag geht es zunächst bewölkt im Norden der Inseln los, bevor ein starker Wind, der am Nachmittag einsetzt, die Calima endgültig verdrängt. In den späten Stunden sind dann schwache Niederschläge im Norden der gebirgigen Inseln möglich. Die Nachttemperaturen werden wieder auf für diese Jahreszeit übliche Werte zurückkehren.

Spürbare Temperatursprünge und Luftqualität

Der Temperaturanstieg machte sich bereits am Sonntag bemerkbar. Während die Höchstwerte am Samstag noch bei 27,5 Grad und das Minimum im Teide-Nationalpark bei 3,8 Grad lagen, wurde am Sonntag in La Aldea de San Nicolás auf Gran Canaria ein Maximum von 32,8 Grad gemessen. Das Minimum, erneut in Las Cañadas del Teide registriert, lag mit 4,9 Grad mehr als ein Grad höher.

Die Luftqualität begann am Sonntag zwar sich zu verschlechtern, erreichte aber noch keine kritischen Werte. Laut dem Luftqualitätsnetz der Kanarischen Regierung war nur in Arrecife auf Lanzarote die Luftqualität aufgrund des Anstiegs von PM10-Partikeln – mit einer Größe von 10 Mikrometern, die typischerweise mit Saharaluft in Verbindung gebracht werden – als ungünstig einzustufen. An den meisten Messstationen lagen die Konzentrationen dieses Schadstoffs noch unter den Grenzwerten der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Gesundheitswarnungen und Verhaltensempfehlungen

Das Gesundheitsministerium der Kanarischen Regierung hat angesichts der vorhergesagten Calima auf mehreren Inseln in den kommenden Tagen die Bevölkerung zu Vorsichtsmaßnahmen aufgerufen. Dazu gehören: längere Aufenthalte im Freien zu vermeiden, Türen und Fenster geschlossen zu halten und körperliche Anstrengungen im Freien zu unterlassen.

Hohe Konzentrationen von Schwebstaub können leichte Symptome wie Reizungen der Nase, des Rachens, juckende Augen oder Husten auslösen. Sie können aber auch schwerwiegendere Folgen haben, indem sie Asthmaanfälle bei Betroffenen auslösen oder verschlimmern oder den Gesundheitszustand von Patienten mit Atemwegserkrankungen wie COPD oder Emphysem sowie Herzerkrankungen verschlechtern. In der Folge kann es sogar noch bis zu fünf Tage nach Ende des Calima-Ereignisses zu einem Anstieg der Notfallbehandlungen in Krankenhäusern und Gesundheitszentren kommen.

Besonders gefährdete Personengruppen

Zwar besteht für alle ein Risiko, Symptome durch die Calima-Exposition zu entwickeln, besonders gefährdet sind jedoch:
– Kinder und ältere Menschen
– Personen mit vorbestehenden chronischen Erkrankungen der Atemwege (Asthma, chronische Bronchitis) oder des Herzens
– Schwangere
– Personen, die im Freien arbeiten

Konkrete Ratschläge der Gesundheitsbehörde

Die Generaldirektion für öffentliche Gesundheit appelliert mit Nachdruck, folgende Empfehlungen zu befolgen:
– Anstrengende körperliche Aktivitäten im Freien vermeiden.
– So viel Zeit wie möglich in Innenräumen verbringen und sich durch geschlossene Fenster vom Außenluft isolieren.
– Oberflächen mit dem abgesetzten Staub mit feuchten Tüchern reinigen.
– Auf ausreichend Luftfeuchtigkeit in den Räumen achten, viel trinken und die gewohnte Medikation fortsetzen.
– Auf Sport im Freien verzichten.
– Die Informationen und Vorhersagen der Behörden aufmerksam verfolgen.
– Bei einer Verschlechterung der Atembeschwerden den Notruf 1-1-2 wählen.

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