Dichte Calima und hohe Temperaturen stehen bevor
Die Kanarischen Inseln bereiten sich auf eine neue Invasion von Saharastaub vor, die das Archipel in den kommenden Stunden erreichen wird. Laut einer ersten meteorologischen Einschätzung des Meteored-Experten Samuel Biener wird der Himmel über den Inseln in den nächsten Stunden durch die Calima getrübt sein. Biener weist darauf hin, dass die Inseln von den letzten atlantischen Stürmen weitgehend verschont blieben. Dank der Winterregen präsentieren sich selbst die trockeneren Inseln wie Lanzarote oder Fuerteventura derzeit in einem beeindruckenden Grün. Kurzfristig stünden jedoch vor allem die Calima und die überdurchschnittlich hohen Temperaturen im Fokus.
Wie die Calima entsteht und wann sie ankommt
Die Position des Azorenhochs lenkt eine sehr milde Luftmasse in Richtung der Kanaren. Ostwinde werden dabei eine Wolke aus Saharastaub zu den Inseln treiben. Laut dem europäischen Wettermodell wird diese Calima-Intrusion die östlichen Inseln (Fuerteventura, Lanzarote) am heutigen Montag gegen 16:00 Uhr erreichen und sich ab Mitternacht auf den gesamten Archipel ausweiten. Die signifikantesten Staubkonzentrationen werden zwischen der kommenden Nacht und dem Nachmittag des Dienstes erwartet. Am Dienstag soll die Calima dann langsam nachlassen und sich ab Mittwoch zunächst zurückziehen.
Amtliche Warnungen und massive Luftverschmutzung
Die Staatliche Meteorologieagentur (Aemet) hat für den gesamten heutigen Montag eine Gelbe Warnung (Risiko) vor Calima aktiviert. Diese kommt zu den bereits geltenden Warnungen vor Wind und hohem Wellengang hinzu, die ebenfalls den gesamten Archipel betreffen. Der von Meteored erstellte Luftqualitätsindex warnt vor einer „extrem ungünstigen“ Luftqualität. Personen mit Vorerkrankungen der Atemwege oder des Herz-Kreislauf-Systems sollten sich möglichst nicht im Freien aufhalten. Auch von intensiver körperlicher Betätigung wird dringend abgeraten.
Gefährliche Feinstaubwerte erwartet
Es wird erwartet, dass die Konzentration von PM10-Partikeln (Schwebstaub mit einem Durchmesser von weniger als zehn Mikrometern) am heutigen Montag auf dem kanarischen Archipel die Marke von 400 µg/m³ überschreiten wird. Meteored erinnert daran, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Situation bereits als ungünstig einstuft, wenn die durchschnittliche Tageskonzentration dieses Feinstaubs 45 µg/m³ übersteigt. „Dieser Episode auf den Kanaren verspricht, besonders nachteilig zu werden“, warnt der Dienst. Ein weiterer Effekt dieser Saharastaub-Invasion wird eine deutlich reduzierte Sichtweite auf den Kanarischen Inseln sein, insbesondere am Dienstag.

