Spektakuläre Rettungsaktion auf hoher See
Ende Dezember leitete und koordinierte das Koordinierungszentrum für den Luftrettungsdienst der Kanaren (ARCC Canarias) auf Anfrage der Seenotrettung (SASEMAR) eine spektakuläre Rettungsmission der Luft- und Raumfahrtstreitkräfte. Der Einsatzort lag etwa 500 Kilometer von der Insel Gran Canaria entfernt.
Hubschrauber an der Grenze der Reichweite
Wie das Militär mitteilte, wurde für die Rettung ein HD.21 Super Puma-Hubschrauber der 802. Staffel aktiviert, die zur 46. Fliegerstaffel auf dem Luftwaffenstützpunkt Gando gehört. Mithilfe einer Winde wurde eine 60-jährige Passagierin deutscher Nationalität an Bord gehoben, die an einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) litt. Sie befand sich auf dem Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 3“, das sich zum Zeitpunkt der Rettungsaktion weit südlich von Gran Canaria an der operativen Reichweitengrenze des Hubschraubers befand.
Flugzeug als fliegender Lotse
Für diese anspruchsvolle Mission wurde auch ein D.4 VIGMA-Flugzeug derselben Staffel aktiviert. Dieses Flugzeug versorgte den Hubschrauber mit Informationen über die Windverhältnisse in der Höhe, um seinen Flug zu optimieren und den Treibstoffverbrauch zu minimieren. Zudem nahm das Flugzeug vorab Kontakt mit dem Kreuzfahrtschiff auf, um die Ankunft und Manöver des Hubschraubers zu erleichtern.
Eine stabile Funkverbindung ermöglichte es, den Kontakt zwischen den beteiligten Such- und Rettungsflugzeugen (SAR) und dem ARCC Canarias aufrechtzuerhalten, sodass die Koordination in Echtzeit erfolgen konnte. Das Flugzeug gab dem Kreuzfahrtschiff die vom Hubschrauber benötigten Anweisungen bezüglich des zu haltenden Kurses und der Geschwindigkeit während des Manövers. Dies diente dazu, das Anheben per Winde zu erleichtern und so schnell wie möglich durchzuführen.
Einzigartige Fähigkeit: Der militärische Krankenpfleger
Ein entscheidender Vorteil bei diesem Einsatz: Die Besatzungen der SAR-Hubschrauber der Luft- und Raumfahrtstreitkräfte verfügen über ein besonderes Merkmal. An Bord befindet sich stets ein militärischer Krankenpfleger für Rettungs- und Bergungseinsätze. Es handelt sich dabei um die einzigen Rettungshubschrauber auf den Kanarischen Inseln mit dieser Fähigkeit.
Angesichts des kritischen Zustands der Passagierin begann das Windenmanöver damit, dass besagter militärischer Krankenpfleger der Besatzung auf das Kreuzfahrtschiff herabgelassen wurde. Dies geschah, um die Übergabe des Patienten sicherer zu gestalten und erste Informationen vom Schiffsarzt zu erhalten. Gleichzeitig leistete der Pfleger der zu evakuierenden Person während des gesamten Transports Assistenz.
Reibungslose Koordination bis zur Klinik
Das ARCC Canarias koordinierte in Echtzeit mit SASEMAR, um die Daten des Kreuzfahrtschiffs zu aktualisieren. Abschließend wurde der Notruf 1-1-2 der Kanarischen Regierung (CECOES) kontaktiert, um Rettungsmittel der Autonomen Gemeinschaft zu mobilisieren.
Mit der Patientin an Bord setzte der Hubschrauber Kurs auf das Landeplatz des Hospital Doctor Negrín. Dort wurde sie von einem Rettungswagen des Kanarischen Notfalldienstes (SUC) in Empfang genommen und in die Klinik gebracht, wo sie stationär aufgenommen wurde.

