Doppeltoter in Las Palmas: Frau hatte zuvor Anzeige erstattet
Die Nationalpolizei hat Ermittlungen zu den Umständen des Todes eines Mannes und einer Frau philippinischer Herkunft aufgenommen. Ihre Leichen wurden am Dienstag mit Anzeichen von Gewalteinwirkung in einer Wohnung in Las Palmas de Gran Canaria aufgefunden, wie Sicherheitskreise bestätigten. Die Opfer wiesen deutliche Anzeichen darauf auf, durch Stichwaffen zu Tode gekommen zu sein. Dem ersten Ermittlungsergebnis zufolge soll die Frau von ihrem Partner erdolcht worden sein, der sich anschließend selbst tötliche Verletzungen zufügte.
Anzeige wurde zurückgezogen
Die 43-jährige Frau, die im Real Club Náutico de Gran Canaria arbeitete, hatte im Jahr 2024 eine Anzeige wegen aggressiver Übergriffe gegen ihren 35-jährigen Partner erstattet. Sie zog die Anzeige jedoch später zurück, weshalb der mutmaßliche Täter nicht weiter untersucht wurde. Die Leichen beider Personen wurden in einer Wohnung in der Calle Bernardo de la Torre in der Hauptstadt Gran Canarias entdeckt.
Ermittlungen unter Schweigepflicht
Die Nationalpolizei hat lediglich den Fund der Leichen bestätigt. Weitere Details wurden nicht mitgeteilt, da die für den Fall zuständige Richterin für die eingeleiteten Ermittlungen zur Aufklärung des Vorfalls die gerichtliche Schweigepflicht angeordnet hat.
Hilfsangebote bei geschlechtsspezifischer Gewalt
Seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 2003 bis heute sind in Spanien nach Angaben der Regierungsdelegation gegen geschlechtsspezifische Gewalt 1.341 Frauen durch Femizide getötet worden. Die Telefonnummer 016 bietet rund um die Uhr und in 53 verschiedenen Sprachen Hilfe für alle Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt an. Dasselbe gilt für die E-Mail-Adresse [email protected]. Unterstützung wird auch per WhatsApp unter der Nummer 600000016 angeboten. Minderjährige können sich an die Telefonnummer der ANAR-Stiftung 900 20 20 10 wenden. Es ist nicht erforderlich, zuvor eine Anzeige erstattet zu haben oder dies zu tun, um psychologische Hilfe oder Beratung zu erhalten.
Sie können auch die 112 wählen, wo auf den Kanaren das „Dispositivo de Mujeres Agredidas“ (Hilfssystem für misshandelte Frauen) aktiviert wird, oder die Nummern der Nationalpolizei (091) und der Guardia Civil (062). Falls ein Anruf nicht möglich ist, kann die App ALERTCOPS genutzt werden, über die ein Alarmsignal mit Standortbestimmung an die Polizei gesendet wird.

