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Ciudad del Mar: 15 Jahre alte Wahlversprechen als Bürger-Idee

Ein fast 15 Jahre altes Wahlversprechen kehrt zurück

Am heutigen Mittwoch schließt die Frist für Bürgeranträge zum partizipativen Haushalt 2026 der Stadtverwaltung von Santa Cruz de Tenerife. Dabei sticht ein besonders attraktiver Vorschlag hervor: das einstige Star-Versprechen des heutigen Bürgermeisters José Manuel Bermúdez (Coalición Canaria) aus dem Jahr 2011, als er sich erstmals um das Amt des Stadtchefs bewarb. Damals taufte er sein Projekt „Ciudad del Mar“ (Stadt am Meer), dessen Details noch heute im Internet abrufbar sind.

Bürgerin erinnert an unerfüllte Vision

Dieses bis heute unerfüllte Versprechen, das hauptsächlich darauf abzielte, die Stadt dem Meer zu öffnen, wurde nun von einer Anwohnerin namens Yaizaher wieder ins Spiel gebracht. Sie hat die Idee für den Bürgerhaushalt eingereicht und dabei fast wortwörtlich das Skript aus dem Wahlwerbevideo auf der städtischen Webseite für Vorschläge übernommen: „Die heutige Dársena de los Llanos soll sich in eine Freizeitfläche verwandeln, die die ganze Familie nutzen kann. 56.000 Quadratmeter, die Freizeit, Kultur und Sport gewidmet sind… Die Stadt am Meer wird ideale Bereiche für Erholung und Begegnung bieten, für Jung und Alt. Multifunktionale Flächen, auf denen alle Arten von Volksfesten stattfinden, um ein Konzert, eine Show oder sogar ein Sportereignis zu genießen.“

Die Vision: Museen, Parks und Cafés im Meer

Das Versprechen, das nun in einen kaum umsetzbaren Bürgerantrag verwandelt wurde – angesichts des Budgets von 400.000 Euro pro Stadtbezirk für den partizipativen Haushalt – ging noch weiter: „Ein Meeresmuseum, das das legendäre Postschiff ‚La Palma‘ an seinem Kai haben könnte. Begrünte Flächen, um die Freizeit zu genießen. Ein Treffpunkt für Jugendliche mit einem Skatepark auf höchstem Niveau.“ In seinem Wahlvideo fügte Bermúdez hinzu: „Die Ciudad del Mar wird auch für Kinder und Senioren da sein; wir werden den größten Kinderspielplatz und den größten Fitnessparcours für Senioren auf Teneriffa haben. Sie wird eine Einnahmequelle und ein Jobmotor sein, mit Restaurants und Cafés, die sogar im Meer selbst liegen.“ Tatsächlich sah das Versprechen künstliche Inselchen vor, die durch spektakuläre Stege verbunden sein und genau solche Gastronomiebetriebe beherbergen sollten.

Fast 500 Vorschläge – von ernst bis kurios

Fast fünfzehn Jahre später existiert Bermúdez‘ „Ciudad del Mar“ nur noch in diesem Video und im Antrag von Yaizaher auf der städtischen Webseite. Insgesamt wurden für diese Ausschreibung des partizipativen Haushalts der Stadt Santa Cruz fast 500 Vorschläge von Bürgern eingereicht. Einige sind sehr gewagt, wie der Vorschlag, das Franco-Denkmal auf der Avenida de Anaga durch eine Statue des Bürgermeisters auf einem Skateboard zu ersetzen; oder eine lokale Version des Mount Rushmore National Memorial in Los Campitos zu errichten, zum Gedenken an die letzten Bürgermeister. Ein Antrag, den Plaza de España in eine Schlittschuhbahn zu verwandeln, wurde von seinem Autor zurückgezogen, nachdem er die ausufernden, unsinnigen Kommentare zu seiner Initiative bemerkt hatte. Insgesamt stehen für alle technisch und rechtlich machbaren Vorschläge lediglich 2,4 Millionen Euro zur Verfügung, die die Stadtverwaltung zu verteilen versuchen wird.

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