Größtes Straßenbauprojekt der Inselgeschichte
Die Generaldirektion für Straßeninfrastruktur der Kanarischen Regierung hat die Ausschreibung für den Bauabschnitt „Flughafen – Kreuzung Pozo Negro“ der Nord-Süd-Autobahn auf Fuerteventura veröffentlicht. Das veranschlagte Budget für die Vergabe liegt bei 215.924.834 Euro. Pablo Rodríguez, der für öffentliche Bauvorhaben zuständige Minister der kanarischen Regierung, betonte, dass es sich um den kostenintensivsten Abschnitt der Nord-Süd-Achse und um das größte öffentliche Straßenbauprojekt handelt, das jemals auf Fuerteventura ausgeschrieben wurde.
Ein lang ersehnter und sorgfältig geplanter Schritt
„Wir sprechen von einer seit langem geforderten Infrastruktur, die nun alle technischen, administrativen und umweltrechtlichen Garantien besitzt, um einen definitiven Schritt nach vorn zu machen“, präzisierte Rodríguez. Der Minister erläuterte, dass das Projekt im September 2025 technisch genehmigt wurde und dass das Vergabeverfahren im vergangenen Dezember eingeleitet wurde, nachdem eine besonders komplexe technische und umweltrechtliche Planungsphase abgeschlossen worden war.
Innovative Lösungen zum Schutz der Natur
In diesem Prozess war die Einbindung innovativer Bauweisen entscheidend, um die Auswirkungen auf die Landschaft zu minimieren. Dazu zählt die Errichtung des ersten zweiröhrigen Tunnels der Insel, der konzipiert wurde, um natürliche Lebensräume und sensible Arten wie die Hubara-Trappe zu schützen. Rodríguez hob hervor, dass der Abschnitt Flughafen–Pozo Negro die Konnektivität und Mobilität auf Fuerteventura erheblich verbessern sowie Wirtschaftsaktivität und Arbeitsplätze auf der Insel generieren wird.
Bewerbungsfrist und Projektumfang
Interessierte Unternehmen können ihre Angebote bis zum 5. Februar um 18:00 Uhr kanarischer Zeit über die staatliche Plattform für öffentliche Vergaben einreichen. Die Baumaßnahme umfasst den Abschnitt Flughafen–Kreuzung Pozo Negro der Straße Puerto del Rosario–Morro Jable und beinhaltet den Bau neuer Anschlussstellen, die die Verbindung zur FV-2, FV-413 und FV-50 verbessern. Dies erleichtert die Zufahrten zum Flughafen, zu Touristenzentren wie Caleta de Fuste sowie zu verschiedenen städtischen und ländlichen Gebieten der Gemeinde Antigua.
Tunnel, Viadukt und nachhaltige Energie
Zu den Hauptbauwerken zählt ein Tunnel von etwa 1,2 Kilometern Länge mit angrenzenden offenen Bauweisen („falschen Tunneln“) an den Portalen sowie ein 190 Meter langes Viadukt über den Barranco de La Torre. Das Projekt sieht außerdem den Bau verschiedener Anschlussbauwerke, einer Überführung und mehrerer Unterführungen vor, um die Kontinuität bestehender Wege und Zufahrten zu gewährleisten.
Ein besonderes Merkmal ist die Integration erneuerbarer Energiesysteme mittels Photovoltaik-Modulen. Diese sollen den gesamten Stromverbrauch der neuen Straßenbeleuchtung der Infrastruktur – inklusive der Anschlüsse und des Tunnels – decken. „Auf diese Weise wird die Autobahn energetisch neutral und selbsttragend sein und so zur Dekarbonisierung und zur Reduzierung von Emissionen in die Atmosphäre beitragen“, erklärte die kanarische Regierung.

