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Polizei zerschlägt gefährliche Sekte auf Kanaren

Polizei zerschlägt gefährliche Sekte auf Kanaren

Die spanische Nationalpolizei hat auf den Kanarischen Inseln eine destruktive Sekte zerschlagen, die unter dem Deckmantel einer spirituellen Gruppe ein Netzwerk aus psychologischer Manipulation, Konsum gefährlicher Substanzen und finanziellen Betrügereien verbarg. Die Operation führte zur Festnahme von fünf Personen, vier auf Teneriffa und eine in Las Palmas de Gran Canaria.

Rituale, Drogen und finanzielle Ausbeutung

Laut den Ermittlungen unterwarfen die Festgenommenen ihre Opfer rituellen Praktiken, die Elemente der Santería (einer synkretistischen, afrokubanischen Religion) enthielten. Diese waren mit symbolischen Gegenständen, spirituellen Drohungen und Drogenkonsum durchsetzt – eine Strategie, die darauf ausgelegt war, die totale Kontrolle über Menschen in vulnerablen Situationen zu behalten. Im Gegenzug forderten sie hohe Geldsummen mit dem Versprechen, „Übel zu heilen“ oder Unglück abzuwenden. „Sie agierten unter einer angeblichen spirituellen Fassade, aber in Wirklichkeit gab es eine schwere psychologische Kontrolle und ein auf Angst basierendes wirtschaftliches Geflecht“, erklärte Ana Ramón, Sprecherin der Nationalpolizei.

Grausame Praktiken und absoluter Kontrollanspruch

Die von der Sekte organisierten Zeremonien beinhalteten Opferungen von Haustieren, die Verwendung von Objekten, die angebliche Gottheiten darstellten, sowie die Einnahme psychoaktiver Substanzen wie Stechapfel (eine stark halluzinogene Pflanze), Kokain, Popper und andere Halluzinogene. All dies war in einen mystischen Diskurs eingebettet, der Angst und Abhängigkeit erzeugte. Die Ermittler betonen, dass das Ausmaß der Kontrolle so tiefgreifend war, dass mehrere Anhänger nach ihrem Ausstieg aus der Gruppe psychiatrische Hilfe benötigten. Der Anführer übte eine absolute Autorität aus, nicht nur über spirituelle Entscheidungen, sondern auch über das persönliche und wirtschaftliche Leben seiner Anhänger.

Fünf Festnahmen und umfassende Ermittlungen

Die fünf Festgenommenen werden beschuldigt, Mitglied einer kriminellen Vereinigung, Betrug, Tierquälerei, Vergehen gegen die öffentliche Gesundheit, Körperverletzung und Urkundenfälschung begangen zu haben. Nach ihrer Vorführung vor Gericht wurde der Anführer der Gruppe in Untersuchungshaft genommen, während für die anderen vier Auflagen verhängt wurden. Die Komplexität des Falls erforderte die Beteiligung mehrerer offizieller Stellen, darunter der Kanarische Gesundheitsdienst (Servicio Canario de Salud), die Generaldirektion für Viehzucht der Kanarischen Regierung und ein Biologe der Stiftung Neotrópico. Letzterer ist eine vom Ministerium für den ökologischen Wandel (MITECO) im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) benannte Autorität, die aufgrund der umweltrelevanten Aspekte der Ermittlungen hinzugezogen wurde. Die interinstitutionelle Zusammenarbeit war entscheidend, um alle Facetten des Falls – von der öffentlichen Gesundheit über den Tierschutz bis hin zum Strafrecht – umfassend aufzuarbeiten.

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