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Marokko erwirbt Anteile an Häfen der Kanaren

Marokko erhält direkten Einfluss in kanarischen Häfen

Marokko wird künftig direkt in der Hafenaktivität der Kanarischen Inseln präsent sein. Grund ist eine Vereinbarung zwischen der spanischen Boluda Corporación Marítima und dem marokkanischen Hafenbetreiber Marsa Maroc über den Einstieg des Letzteren in das Kapital von Boluda Maritime Terminals. Die auf 80 Millionen Euro bewertete Transaktion, die noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden muss, bedeutet den Erwerb von 45 % der Gesellschaft, die die Frachterminals der valencianischen Gruppe verwaltet – einschließlich der fünf Terminals, die sie in kanarischen Häfen betreibt.

Staatsunternehmen erhält Stimmrechte

Die Bedeutung des Deals geht über das rein Geschäftliche hinaus, da Marsa Maroc zu mehr als 60 % vom marokkanischen Staat kontrolliert wird. Dies verschafft dem nordafrikanischen Land eine direkte Position in wichtigen Hafeninfrastrukturen auf der anderen Seite der Straße von Gibraltar. Der Schritt erfolgt zudem in einer Zeit, in der Marokko seine internationale Rolle deutlich gestärkt hat, nachdem in den letzten Jahren eine wachsende Zahl von Ländern seinen Autonomieplan für die Westsahara unterstützt hat.

Neues diplomatisches Szenario beeinflusst die Kanaren

Dieses neue diplomatische Szenario hat die Verhandlungsposition Rabats gegenüber Spanien und der Europäischen Union in Bereichen gestärkt, die sich direkt auf den Archipel aufgrund seiner geografischen Nähe auswirken. Die Vorkommen seltener Erden, die Verwaltung des Luftraums oder die Unterschiede bei den Preisen für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Vieh, die aus Marokko importiert werden und vom kanarischen Sektor als unlauterer Wettbewerb wahrgenommen werden, sind nur einige der offenen Fragen zwischen Rabat und den Inseln.

Boludas Schlüsselrolle in der kanarischen Logistik

Boluda Maritime Terminals bietet umfassende Logistik- und Hafenmanagementdienste in neun Terminals in strategischen Häfen auf dem spanischen Festland und auf dem Archipel. Auf den Kanaren ist das Unternehmen in Las Palmas de Gran Canaria, Santa Cruz de Tenerife, Santa Cruz de La Palma, Arrecife (Lanzarote) und Puerto del Rosario (Fuerteventura) präsent. Es handelt sich um grundlegende Einrichtungen für den Warenverkehr, die Versorgung und die Anbindung der Inseln an die großen maritimen Handelsrouten. Im Jahr 2024 bewegte die Gesamtheit der Boluda-Terminals über eine Million Container und festigte damit ihre Rolle im Handelsaustausch zwischen den Kanaren und dem Festland.

Strategische Allianz für einen wichtigen Seeweg

Beide Unternehmen betonen, dass die Allianz auf einer klaren strategischen Übereinstimmung und dem Willen beruht, den Korridor Marokko-Spanien zu stärken – eine maritime Achse von wachsender Bedeutung in einem Kontext immer intensiveren globalen Wettbewerbs. Laut Boluda-Quellen reagiert der Einstieg von Marsa Maroc auf den Ausstieg eines Investmentfonds, der seit mehreren Jahren im Kapital der Terminal-Sparte war und seinen Rentabilitätszyklus abgeschlossen hatte. Die Terminalverwaltung erfordere wiederkehrende Millionenzahlungen, was große Betreiber dazu veranlasse, sich auf Finanz- oder Industriepartner zu stützen.

Kontrolle bleibt bei Boluda

In diesem Fall habe sich Boluda für einen Partner mit industriellem Profil entschieden, mit Erfahrung in Reedereien und Terminals, der Kapital einbringen und Synergien schaffen könne, aber „ohne die Kontrolle über das Geschäft zu übernehmen“. Das Unternehmen betont, der neue Partner werde nicht in den Betrieb oder die täglichen Entscheidungen eingreifen, auch nicht in den kanarischen Häfen. Seine Rolle beschränke sich auf eine finanzielle Beteiligung und die Präsenz in den üblichen Verwaltungsgremien.

Marsa Maroc expandiert international

Für Marsa Maroc, das rund 60 Millionen Tonnen Fracht pro Jahr bewegt, bedeutet die Vereinbarung einen entscheidenden Schritt in seiner Internationalisierungsstrategie. Mit dem Einstieg in das Kapital von Boluda Maritime Terminals ist die marokkanische Gruppe nun in 34 Terminals in 20 Häfen auf der Iberischen Halbinsel, den Kanaren und in Afrika präsent. Dies stärkt ihre Präsenz auf beiden Seiten der Straße von Gibraltar und erweitert ihren Aktionsradius über die eigenen Grenzen hinaus. Boluda behält unterdessen seine Position als einer der großen Akteure im weltweiten Seetransport. Die Gruppe ist durch Boluda Towage mit einer Flotte von über 850 Schiffen global führend im Hafenschleppdienst.

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