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Durchsuchung bei Tierheim auf Gran Canaria: 30 Tiere beschlagnahmt

Ermittlungen gegen Tierschutzverein: Razzia mit schockierenden Funden

Die Guardia Civil hat die Räumlichkeiten eines Tierschutzvereins in der Montaña de los Vélez in der Gemeinde Agüimes auf Gran Canaria durchsucht. Die Präsidentin des Vereins wird wegen eines mutmaßlichen Vergehens gegen das Tierschutzgesetz untersucht. Die Operation wurde vom Ermittlungsgericht Nummer 2 in Telde angeordnet, nachdem ehemalige Mitarbeiterinnen des Vereins Anzeige erstattet und die Staatsanwaltschaft Klage erhoben hatte.

Jahrelange Aktivität und erste Inspektion 2022

Die Ermittlungen begannen im November 2022. Damals stellten Beamte des für den Naturschutz zuständigen Dienstes SEPRONA fest, dass der Verein seit etwa zwölf Jahren mit der Rettung, Rehabilitation und Vermittlung von Tieren auf nationaler und internationaler Ebene tätig war. Bei der ersten Inspektion wurden 34 Hunde und 22 Katzen vorgefunden. Die Dokumentation des Vereins wies jedoch insgesamt 397 auf seinen Namen registrierte Tiere aus.

Schwere Mängel und behördliche Auflagen

Als Folge dieser ersten Kontrolle wurden beim Gemeinderat (Ayuntamiento) von Agüimes Verwaltungsanzeigen erstattet. Grund war das Fehlen von Dokumenten, die die Tätigkeit rechtlich absicherten, sowie gravierende Mängel in den Unterbringungseinrichtungen für die Tiere. Zudem gab es eine Anzeige im Bereich der Tiergesundheit, weil der Verein nicht im Viehzuchtregister der Kanaren eingetragen war, kein Buch über Ein- und Ausgänge führte und die erforderlichen Bescheinigungen für den innergemeinschaftlichen Tierverkehr nicht beantragt hatte.

Zugang verweigert und internationale Verstöße

Im Januar 2025 kehrten SEPRONA-Beamte zusammen mit Tierärzten des Rathauses von Agüimes für eine zweite Inspektion zurück. Die Präsidentin des Tierschutzvereins verweigerte diesmal den Zutritt, weshalb sie wegen Behinderung der Amtsausübung angezeigt wurde. In der Folge stellten die Ermittler fest, dass der Verein auch 2025 noch nicht das Verfahren zur Eintragung ins Viehzuchtregister eingeleitet hatte. Zudem hatten niederländische Behörden im Rahmen des EU-Überwachungsprogramms für den innergemeinschaftlichen Handel mit Heimtieren Tierbewegungen von diesem Verein festgestellt, die ohne die erforderlichen Gesundheitszertifikate erfolgt waren. Außerdem war der Verein weder als zoologischer Kern registriert noch verfügte er über eine Genehmigung für die Tätigkeit auf dem inspizierten Grundstück.

Gerichtliche Durchsuchung und Beschlagnahmung

Als Ergebnis dieser Vorermittlungen führten Beamte des SEPRONA im September 2025, gestützt auf einen richterlichen Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschluss des Ermittlungsgerichts Nummer 2 von Telde, eine Razzia durch. Unterstützt wurden sie von der Schnellen Eingreiftruppe (GIR), Tierärzten der Gemeinde Agüimes und der Generaldirektion für Viehzucht der Regionalregierung der Kanarischen Inseln sowie von Fachpersonal für die Tierbergung. Dabei wurden 28 Hunde und 2 Katzen beschlagnahmt. Die Tiere befanden sich in unterschiedlichem Gesundheitszustand, und bei der Inspektion wurden schwerwiegende Mängel in den Haltungsbedingungen festgestellt.

Schockierende Funde: Eingeäschertes Tier und fehlende Katzen

Während der Durchsuchung wurde ein Metallfass gefunden, das Überreste enthielt, die mit der Einäscherung eines Tierkadavers vereinbar waren. Unter den Überresten fand sich ein Mikrochip, der auf den Namen des Tierschutzvereins selbst registriert war – eine Entsorgungsmethode, die gegen die geltenden Vorschriften verstößt. Zudem wurden 22 Gesundheitspässe für Katzen sichergestellt, deren Tiere sich nicht vor Ort befanden. Die im Zentrum gelagerten pharmakologischen Produkte wurden überprüft. Dabei bestätigte sich die Anwesenheit von international überwachten Human- und Tierarzneimitteln, ohne dass ein tierärztliches Rezept oder eine Lagergenehmigung vorgelegt werden konnte. Sämtliche Medikamente wurden beschlagnahmt.

Unterbringung und vernichtendes Gutachten

Für die Bergung und vorübergehende Unterbringung der Tiere arbeiteten die Gemeinden Agüimes und Telde sowie Personal der öffentlichen Gesellschaft Gesplan zusammen. Die Tiere wurden in das städtische Tierheim und das Inseltierheim von Gran Canaria gebracht. Die Analyse der technischen Berichte über den Gesundheitszustand der Tiere ergab, dass einige Untergewicht, erhebliche Verschmutzung, Hautschuppung, Druckstellen an den Ellenbogen, dermatologische Probleme, zu lange Krallen, unzureichende Ernährung und fehlende Impfungen gegen Leptospirose und Tollwut aufwiesen. Die hygienisch-sanitären Bedingungen der Einrichtungen wurden als „sehr mangelhaft“ eingestuft, da sie weder die geforderten technischen und normativen Anforderungen erfüllten noch das Tierwohl garantierten und die Verbreitung von Schädlingen mit Risiko für die öffentliche Gesundheit begünstigten.

Hoffnung auf Adoption

Abschließend wurde die Justiz gebeten, die Adoption der beschlagnahmten Tiere zu genehmigen, um ihr Wohlergehen langfristig zu sichern.

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