Esel mit überwucherten Hufen konnte sich kaum bewegen
Der Seprona (Servicio de Protección de la Naturaleza der Guardia Civil) hat einen Mann identifiziert und als mutmaßlichen Verantwortlichen für einen Fall von schwerer Misshandlung und Aussetzung von über 30 Tieren festgenommen. Die Tiere befanden sich auf einem ländlichen Anwesen in Vecindario auf Gran Canaria. Die Ermittlungen begannen am 4. November, nachdem ein anonymen Anruf über den beklagenswerten Zustand eines Esels auf dem Grundstück einging.
Besorgniserregender Fund bei der Inspektion
Die Beamten begaben sich zum Ort des Geschehens und konnten bereits von außen die extreme Abmagerung des Tieres sowie das übermäßige Wachstum seiner Hufe erkennen. Dieser Zustand hinderte den Esel daran, sich normal fortzubewegen. Daraufhin kontaktierten sie den Verantwortlichen der Anlage, der sich innerhalb des Grundstücks aufhielt, und betraten das Gelände, um den allgemeinen Zustand der Tiere zu überprüfen.
Szenario der Verwahrlosung
Die Inspektion offenbarte ein Bild der Verwahrlosung: Die Einrichtungen befanden sich in einem sehr schlechten Zustand und die Behälter für Wasser und Futter waren vollständig leer. Unter den vorgefundenen Tieren befanden sich ein Esel, drei Hunde (zwei davon extrem abgemagert und mit Flohbefall), ein junges Schwein, das unaufhörlich trank, als es endlich Wasser erhielt, dreiundzwanzig Vögel oder Hühner (drei davon bereits tot im Gehege), drei Ziegen (darunter ein Zicklein mit überwucherten Hufen) und ein Schaf der Rasse Pelibuey.
Dringende Rettung des Esels
Aufgrund des gravierenden Zustands des Esels kontaktierte der ermittelnde Beamte der Guardia Civil sofort eine auf diese Spezies spezialisierte Tierärztin und bat um ihre dringende Mithilfe. Nach ihrer Begutachtung koordinierte die Fachfrau den Transport und die vorübergehende Unterbringung des Esels. Sie erstellte das entsprechende Übergabeprotokoll und verfasste einen detaillierten Bericht für die weitere tierärztliche Betreuung.
Koordinierte Rettungsaktion für alle Tiere
Parallel dazu erforderte die Identifizierung und Festnahme des mutmaßlichen Verantwortlichen eine enge Koordination zwischen verschiedenen Institutionen. Die kommunalen Behörden wurden gebeten, sich um den Rest der Tiere zu kümmern. Die drei Hunde wurden in das örtliche Zentrum für die vorübergehende Aufnahme von Tieren (CETA) gebracht, wo spezialisierte Tierärzte individuelle Berichte über ihren Zustand erstellten. Der Seprona wies darauf hin, dass nur der Esel und einer der Hunde einen identifizierenden Mikrochip besaßen. Das Fehlen einer Registrierung sei bei den meisten der aufgefundenen Tiere der Fall gewesen.
Festnahme und laufendes Verfahren
Nach mehrwöchigen Ermittlungen wurde der verdächtige Mann am 25. November 2025 festgenommen und nach seiner Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt. Er wartet nun auf den Abschluss der gerichtlichen Untersuchungen. Die Guardia Civil gab abschließend bekannt, dass die Ermittlungsakten dem Ermittlungsgericht (Juzgado de Instrucción) von San Bartolomé de Tirajana übergeben wurden.

