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6.000 Beben in 32 Stunden: Neuer Erdbebenschwarm am Teide

6.000 Beben in 32 Stunden: Neuer Erdbebenschwarm am Teide

Das Nationale Geographische Institut (IGN) hat innerhalb von nur 32 Stunden rund 6.000 Erdbeben während des jüngsten seismischen Schwarms in Las Cañadas del Teide auf Teneriffa gezählt. Die Aktivität begann um Mitternacht von Sonntag auf Montag und dauerte bis 8:00 Uhr am Dienstagmorgen an. Obwohl keines der Beben von der Bevölkerung gespürt wurde, hat die hohe Zahl selbst Experten überrascht.

Neues System erfasst mehr Ereignisse

Itahiza Domínguez, der Direktor des IGN auf den Kanaren, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur EFE, dass nun ein automatisches Detektionssystem eingesetzt wird. Dieses ermöglicht es, deutlich mehr Ereignisse zu registrieren als früher, als die Zählung manuell erfolgte und „viele Beben unentdeckt blieben“. Bisher ging man davon aus, dass die fünf im Februar registrierten Schwärme – insgesamt elf seit 2016 – zwischen 6.000 und 7.000 Beben verursacht hatten. Mit dem neuen Analysesystem dürfte die Gesamtzahl jedoch „viel höher“ sein.

Drei Beben pro Minute in großer Tiefe

Im jüngsten Episoden wurden im Durchschnitt drei Erdbeben pro Minute detektiert. Sie waren im westlichen Bereich von Las Cañadas del Teide lokalisiert und ereigneten sich in einer Tiefe zwischen 8 und 10 Kilometern.

Wissenschaftler sehen neue vulkanische Phase

Die wissenschaftliche Gemeinschaft ist sich einig, dass die vulkanische Aktivität auf Teneriffa in eine neue Phase eingetreten ist. Diese ist durch die Wiederholung seismischer Schwärme innerhalb weniger Wochen gekennzeichnet. Dennoch betonen die Experten, dass man noch nicht vorhersagen kann, ob diese Situation kurzfristig oder mittelfristig zu einem Vulkanausbruch führen wird.

Diese Warnzeichen müssten auftreten

Damit ein Ausbruch wahrscheinlicher wird, müssten zusätzliche Signale registriert werden:

  • Von der Bevölkerung spürbare Erdbeben
  • Eine stärkere Verformung des Bodens
  • Ein signifikanter Anstieg der Gasemissionen

Während des Ausbruchs des Tajogaite auf La Palma im Jahr 2021 setzte das IGN ein System mit künstlicher Intelligenz ein. Dieses erweist sich für die Seismizität Teneriffas jedoch als nicht effektiv, da die aktuellen Ereignisse eine zu geringe Magnitude haben.

Ständige Überwachung, aber keine Alarmstimmung

Derzeit halten die Experten die vulkanische Überwachung auf konstant hohem Niveau aufrecht. Sie betonen, dass die Situation trotz der beeindruckenden Anzahl von Erdbeben unter permanenter wissenschaftlicher Beobachtung steht und kein Grund zur unmittelbaren Besorgnis besteht.

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