327 migranten el hierro gerettet

327 Migranten vor El Hierro aus Seenot gerettet

Zwei nächtliche Rettungseinsätze vor der Küste

Die spanische Seenotrettung (Salvamento Marítimo) hat in der Nacht von Sonntag auf Montag insgesamt 327 Menschen aus Westafrika aus Seenot gerettet. Die Migranten waren an Bord von zwei seeuntüchtigen Booten unterwegs zu den Kanarischen Inseln. Beide Rettungsaktionen fanden in Gewässern nahe der Insel El Hierro statt, wo die Geretteten schließlich an Land gebracht und von den vor Ort eingesetzten Rettungskräften versorgt wurden.

Erstes Boot mit 192 Personen an Bord

Das erste der beiden Boote wurde bereits in der Nacht zum Montag abgefangen. An Bord befanden sich nach Angaben der Behörden 192 Personen aus Gambia, Senegal, Guinea-Conakry, Mali, Ghana und Sierra Leone. Unter den Insassen waren 19 Frauen und 7 Minderjährige, darunter vier Babys unter 18 Monaten. Nach ihren Aussagen bei der Ankunft war das Boot sieben Tage zuvor von Barra in Gambia aus gestartet.

Zweiter „Cayuco“ mit 135 Menschen lokalisiert

Wenige Stunden später, in den frühen Morgenstunden des Montags, wurde ein zweiter sogenannter Cayuco – ein einfaches Holzboot – lokalisiert. An Bord befanden sich 135 Menschen, darunter fünf Frauen und ein Minderjähriger. Die Migranten, die überwiegend aus Senegal, Mali und Guinea-Conakry stammten, gaben an, ebenfalls vor sieben Tagen aufgebrochen zu sein, in diesem Fall von der Küstenstadt Abéné im Senegal aus.

Versorgung an Land und Unterbringung im CATE

Nach der Anlandung auf El Hierro wurden alle 327 Personen vom medizinischen Dienst versorgt. Anschließend brachte man sie in das Zentrum für die vorübergehende Aufnahme von Ausländern (CATE) in Valverde. Dort verbleiben sie unter polizeilicher Obhut, bis sie zu anderen Einrichtungen außerhalb der Insel weitergeleitet werden können. Nur eine Person musste zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden.

Eine der gefährlichsten Migrationsrouten der Welt

Die Migranten waren auf der sogenannten Kanarenroute unterwegs, einer der gefährlichsten Migrationsrouten weltweit. Sie verbindet die Atlantikküste Afrikas mit dem kanarischen Archipel unter oft lebensbedrohlichen Bedingungen auf seeuntüchtigen Booten. Obwohl die Zahl der Ankünfte im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen ist, finden diese Überfahrten weiterhin statt. Laut Daten des spanischen Innenministeriums kamen zwischen Januar und September 2025 insgesamt 12.878 Menschen per Cayuco an den kanarischen Küsten an. Das entspricht einem Rückgang von 58,3 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Unterstützung durch Hilfsorganisation

Der Rettungseinsatz und die Erstversorgung an Land erfolgten mit Unterstützung der Hilfsorganisation Corazón Naranja – Ebrima Sonko. Der Verein ist auf die Aufnahme und erste Betreuung von Migranten spezialisiert, die auf El Hierro ankommen.

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