Drei Tote in den ersten beiden Wochen des Jahres
Die ersten beiden Wochen des Jahres 2026 haben auf der Migrationsroute über den Atlantik zu den Kanarischen Inseln bereits mindestens drei Todesopfer gefordert. In den frühen Morgenstunden des heutigen Donnerstags wurden zwei Personen in einem Holzboot (Cayuco) in der Nähe der Kanaren leblos aufgefunden. Wie Quellen der Seenotrettung (Salvamento Marítimo) gegenüber Canarias Ahora bestätigten, war bei der Rettungsaktion eine Person bereits verstorben und eine weitere in kritischem Zustand, die kurz darauf starb.
Rettung unter schwierigen Bedingungen
Bislang geht die Behörden von 106 Überlebenden aus, darunter 20 Frauen und drei Minderjährige. Die endgültige Zahl wird jedoch erst bestätigt, wenn die Geretteten den Hafen von Arguineguín im Süden Gran Canarias erreichen. Das Rettungsboot „Guardamar Urania“ führte die Bergung um 00:55 Uhr durch, koordiniert durch das Rettungsleitcenter Las Palmas und unter der Leitung der Hafenkapitänschaft Las Palmas.
Das in Not geratene Boot wurde etwa 148 Seemeilen südöstlich von El Hierro vom Schiff „Sarah M.“ entdeckt. Anschließend blieb das Schiff „Eurostar“ bei dem Cayuco, bis die Seenotretter eintrafen, die die Zusammenarbeit der beiden Schiffe ausdrücklich würdigten. Derzeit ist die „Guardamar Urania“ auf dem Weg nach Arguineguín und muss sich dabei schwierigen Wetterbedingungen stellen: Bei einer Wellenhöhe von 2,5 bis 3 Metern und Windgeschwindigkeiten von 28 bis 35 Knoten wird erwartet, dass die Überlebenden am Nachmittag im Hafen ankommen.
Weiteres Opfer zu Jahresbeginn
Diese beiden Todesfälle kommen zu einem weiteren hinzu, der sich bereits am 3. Januar ereignete. Damals verlor ein 34-jähriger Mann sein Leben, als er versuchte, die Kanaren zu erreichen. Er befand sich in einem Cayuco mit 165 weiteren Menschen. Das Boot wurde vor Teneriffa gerettet, wobei vier Überlebende medizinische Versorgung benötigten.
Die tödlichste Route nach Spanien
Die Migrationsroute zu den Kanarischen Inseln bleibt nach wie vor die gefährlichste für Menschen, die nach Spanien gelangen wollen. Nach den Zahlen der Organisation „Caminando Fronteras“ war sie auch im Jahr 2025 die tödlichste Zugangsroute. Deren letzte Überwachung ergab, dass im vergangenen Jahr mindestens 1.906 Menschen auf dieser Passage ums Leben kamen.

