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Spanische Bauern blockieren Straßen – Proteste erreichen Kanaren

Traktor-Proteste rollen durch ganz Spanien

Spanische Landwirte und Viehzüchter nehmen heute, am Donnerstag, den 29. Januar 2026, mit ihren Traktoren die Straßen des gesamten Landes ein. Der als „Superdonnerstag des spanischen Feldes“ bezeichnete Aktionstag ist ein Zeichen des Protests gegen Kürzungen in der künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU und das Handelsabkommen mit dem südamerikanischen Wirtschaftsbündnis Mercosur. Die Bauern fürchten, dass beide Faktoren die bereits kritische Situation der Landwirtschaft in Spanien weiter verschärfen könnten – trotz der jüngsten Aussetzung des Mercosur-Abkommens durch das Europäische Parlament.

Landesweite Aktionen von Bauernverbänden organisiert

Die Traktorkorsos im gesamten Staatsgebiet werden gemeinsam von den drei großen Agrarbünden Asaja, COAG und UPA organisiert. Die berufsständischen Organisationen sind bereits die ganze Woche über mit Kundgebungen und Demonstrationen aktiv, doch der heutige Donnerstag soll der Höhepunkt werden. Die Verbände erwarten einen „historischen Tag der Forderungen für den ländlichen Raum“ mit den meisten Versammlungen auf nationaler Ebene.

Von Valencia bis zu den Kanaren: Überall Traktoren

Von Nord bis Süd sind Traktorkorsos und Kundgebungen angekündigt: in Valencia, Cádiz, Málaga, Zamora, Valladolid, Bilbao, Vitoria, Logroño, Murcia, Toledo, Pamplona, La Rioja und auf Mallorca. Auch auf den Kanarischen Inseln wird protestiert – in Santa Cruz de Tenerife und in Las Palmas de Gran Canaria. In Madrid mussten geplante Mobilisierungen und ein „protestierender Eintopf“ auf der Puerta del Sol aufgrund drohenden Regens verschoben werden.

Was fordern die Bauern?

„Wir wollen die meisten Mobilisierungen am 29. Januar bündeln, um auf die Themen zu antworten, die uns Sorgen bereiten: die Kürzung des Budgets für die nächste GAP, die Handelsabkommen mit anderen Ländern und die übermäßige Bürokratie in der Landwirtschaft“, erklärte kürzlich UPA-Generalsekretär Cristobal Cano. Die Protestwoche soll den Verwaltungen die Dringlichkeit vermitteln, den Problemen des Agrarsektors zuzuhören und mutige Entscheidungen für dessen wirtschaftliche und soziale Zukunft zu treffen. Auf Plakaten sind Slogans zu lesen wie „Für die Einheit des Feldes“, „Stoppt das Mercosur-Abkommen. Unsere Zukunft steht auf dem Spiel“ oder „Das Feld kämpft, die Regierung lässt im Stich“.

Kreativer Protest und konkrete Forderungen

Die Protestformen sind vielfältig. In der Region Kastilien und León sind neben großen Traktorkorsos in mehreren Städten auch kreative Aktionen geplant: In Palencia führt ein Kinder-Traktorkorso mit Spielzeugfahrzeugen den Protest an, angeführt von den Kindern der örtlichen Bauern. Abschließend werden dort Kartoffeln und Zucker verteilt. In Salamanca ist die Verteilung von Fleisch und in Burgos von landwirtschaftlichen Produkten vorgesehen.

Hintergrund der Mobilisierungen ist laut den Organisatoren unter anderem die geplante Kürzung des GAP-Budgets um 23 Prozent in der neuen Reform. Eine Kürzung, die für tausende Familienbetriebe untragbar sei. Zudem lehnen sie Handelsabkommen mit Drittländern wie Mercosur, Kambodscha oder Myanmar ab, da diese den Import landwirtschaftlicher Produkte erlauben, ohne die gleichen Produktions-, Gesundheits- und Umweltstandards wie für europäische Erzeuger vorauszusetzen.

Forderungskatalog an die Politik

Die Bauernverbände fordern bei den Kundgebungen:
– Eine strikte Einhaltung des Lebensmittelkettengesetzes mit ausdrücklichem Verbot des Verkaufs unter Einstandspreis und offizieller Veröffentlichung der durchschnittlichen Produktionskosten.
– Ein Notstandsgesetz für Schäden durch Wildtiere.
– Eine Anpassung der Arbeitsreform an die Bedürfnisse der landwirtschaftlichen Saisonarbeit.

Die Organisatoren rufen ausdrücklich auch alle verbundenen Sektoren zur Teilnahme auf: Genossenschaften, Zuckerfabriken, Saatgut- und Pflanzenschutzunternehmen, Händler, Studenten, Maschinen- und Traktorenhersteller sowie die Lebensmittel- und Gastronomiebranche. Ihr Argument: Das Mercosur-Abkommen betreffe alle, da es die Zukunft und die Gesundheit der Landwirtschaft und der Verbraucher berühre.

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