Umweltschützer feiern „Teilerfolg“ im Kampf um La Tejita
Die Umweltplattform Salvar La Tejita hat die jüngste Entwicklung im jahrelangen Streit um das umstrittene Hotelprojekt La Tejita im Süden Teneriffas als „Teilerfolg“ bewertet. Die zuständigen Behörden haben den Projektentwicklern auferlegt, einen beschädigten Bereich innerhalb des öffentlichen Küstenstreifens (dem sogenannten Dominio Público Marítimo-Terrestre) wiederherzustellen. Ein Bagger war bereits vor Ort im Einsatz. „Wir feiern, dass die Baufirma zwei Jahre später endlich bereit ist, den angerichteten Schaden zu reparieren“, sagte Rubén Pérez Flores, Sprecher und Vorsitzender der Plattform. Für die Umweltschützer ist dies ein klares Signal: „Damit erkennt und akzeptiert das Unternehmen an, dass es die geplanten 196 Hotelbetten nicht wird fertigstellen können.“
Baugenehmigung in Gefahr?
Pérez Flores erinnerte daran, dass die Baugenehmigung für das Projekt in seiner Gesamtheit erteilt wurde. „Man kann nicht ein Bett mehr oder weniger bauen. Im Moment werden sie das Hotel nicht so realisieren können, wie sie es geplant hatten“, argumentierte er, da Teile der Baufläche in den geschützten öffentlichen Küstenstreifen hineinragen. Die Aktivisten sehen darin einen grundlegenden Widerspruch. Ihr erklärtes Hauptziel bleibt seit 2015 unverändert: „Wir wollen, dass in diesem Bereich überhaupt keine Hotelbetten entstehen.“ Der Sprecher betonte: „Wir erkennen an, dass die erteilte Lizenz so, wie sie ist, nicht ausgeführt werden kann. Deshalb haben wir vor Gericht einen Verwaltungsrechtsstreit angestrengt, um das gesamte Projekt zu annullieren.“
Forderung: Vollständige Wiederherstellung des Dünenfeldes
Bei der geforderten Wiederherstellung des Geländes legt Salvar La Tejita den Maßstab hoch. „Das Gelände muss in seinen vorherigen Zustand zurückversetzt werden, so wie es die Stilllegungsanordnung von vor zwei Jahren vorsieht. Was dort vorher war, war ein Dünenfeld“, erklärte Pérez Flores. Die Umweltschützer werden genau beobachten, wie die Arbeiten ausgeführt werden: „Wir werden sehen, ob sie einfach einen schlecht gemachten Wall zurücklassen, wie er jetzt da liegt, oder ob sie tatsächlich den Zaun entfernen, damit der Sand fließen kann, und die Bauarbeiten so anpassen, dass sie helfen, die Düne wieder mit Sand zu bedecken.“
Natürliche Sandbewegung darf nicht behindert werden
Die Plattform betont die ökologische Schlüsselfunktion des Dünenfeldes. „Die Priorität muss hier der Naturschutz sein. Es handelt sich um ein Dünenfeld, das seine natürliche Funktion erfüllt, nämlich Sand von einem Strand zum anderen zu transportieren. Es darf kein Hindernis errichtet werden, das den Sandfluss behindert“, führte der Vereinsvorsitzende aus. Diese natürliche Dynamik sei für den Erhalt der Strände in der Region essentiell.
Rechtlicher Hintergrund: Gerichtsurteil und anhängige Strafen
Die rechtliche Lage ist komplex. Im Juni 2025 urteilte das Nationale Gericht (Audiencia Nacional) in Madrid, dass die Verwaltung dem Bauunternehmen des Hotels La Tejita von Amts wegen die Nutzungserlaubnis für den betroffenen öffentlichen Küstenstreifen erteilen müsse, sofern dies nach Artikel 13 bis des spanischen Küstengesetzes (Ley de Costas) zulässig sei. Dieses Urteil steht den Forderungen der Umweltschützer teilweise entgegen. Zudem verwies das Kollektiv am Freitag, den 23. Januar, auf Geldstrafen, die gegen Sympathisanten der Plattform verhängt wurden. Grund war eine nicht genehmigte Demonstration – nach Angaben der Aktivisten gab es jedoch eine Notfallanzeige – auf der jetzt wiederherzustellenden Parzelle am 15. März 2024.

