kanarische aerzte verdienen mehr als in madrid

Kanarische Ärzte verdienen mehr als in Madrid

Attraktive Gehälter: Kanarisches Gesundheitspersonal im Spitzenfeld

Junge Ärzte auf den Kanarischen Inseln verdienen durchschnittlich 3.000 Euro mehr pro Jahr als ihre Kollegen in Madrid. Damit gehören sie zu den bestbezahlten in ganz Spanien. Konkret erhalten angehende Ärzte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung im Kanarischen Gesundheitsdienst (Servicio Canario de la Salud, SCS) ein durchschnittliches Bruttogehalt von 52.932 Euro jährlich. Dies geht aus einer gemeinsamen Studie von Forschern der Gesundheitsökonomie der Universität La Laguna (ULL) auf Teneriffa und der Universität Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC) hervor.

Top-Verdienste trotz Insellage

Betrachtet man alle Ärzte – sowohl junge als auch erfahrene – liegt ihr durchschnittliches Bruttogehalt auf den Kanaren bei 62.690 Euro. Damit belegen sie den achten Platz unter den 18 autonomen Gemeinschaften und Städten Spaniens. Noch attraktiver wird das Gehalt, wenn man die günstigeren Lebenshaltungskosten auf den Inseln berücksichtigt. Unter Einbeziehung der Kaufkraft entspricht das Gehalt der Ärzte einem Wert von 67.898 Euro, was sie in die Top 5 der bestbezahlten Ärzte Spaniens katapultiert.

Detaillierter Gehaltsvergleich im Gesundheitswesen

Die Studie legt erstmals eine detaillierte und vergleichende Aufschlüsselung der Gehälter von zehn Berufsgruppen im SCS vor – darunter Ärzte, Pflegekräfte und nicht-medizinisches Personal. Grundlage sind Daten zu Grundgehältern und Zulagen, wie etwa Wohnkostenzuschlag, spezifische Zulagen, Produktivitätszuschläge, Zulagen für Bereitschaftsdienst und Zulagen für den Karriereverlauf. Die Ergebnisse zeigen, dass junge Ärzte auf den Inseln die drittbestbezahlten in Spanien sind. Diese Daten berücksichtigen weder den in den Kanaren nicht gezahlten Exklusivitätszuschlag noch Gehälter inklusive Bereitschaftsdiensten.

Krankenhaus vs. Primärversorgung: Wer verdient mehr?

Etwas weniger vorteilhaft sind die Gehälter für Ärzte mit über 30 Dienstjahren. Sie verdienen auf den Kanaren 68.629 Euro jährlich, etwa 1% weniger als der nationale Durchschnitt. Interessant ist der Vergleich zwischen Krankenhaus und ambulanter Versorgung: Die Tätigkeit in Gesundheitszentren (Atención Primaria) ist besser bezahlt als im Krankenhaus. Die jüngsten Hausärzte – mit fünf Jahren Erfahrung und ohne Karrierezulage – verdienen 3.287 Euro mehr als ihre gleichaltrigen Krankenhauskollegen. Dieser Unterschied bleibt während der gesamten Karriere bestehen, selbst beim Vergleich von Ärzten mit Bereitschaftsdiensten.

Auch Pflegekräfte und Verwaltung profitieren

Die Kanaren behalten auch in anderen Gesundheitsberufen eine vorteilhafte Position. Pflegekräfte verdienen durchschnittlich 35.709 Euro brutto pro Jahr. Laut Studie ist das Krankenhauspflegepersonal das fünfthöchstbezahlte in Spanien. Konkret verdienen Krankenhauspflegerinnen und -pfleger 6% mehr als ihre Kollegen im Rest Spaniens. Pflegekräfte in der Primärversorgung verdienen 31.292 Euro (Platz sieben). Auch hier verdienen die Kanarier mehr als in Madrid: 1.000 Euro mehr in der Primärversorgung und fast 5.700 Euro mehr im Krankenhaus.

Krankenpflegehelfer im Krankenhaus verdienen durchschnittlich 22.573 Euro jährlich (Platz vier). Das Verwaltungspersonal zählt ebenfalls zu den bestbezahlten in Spanien. Technische Verwaltungsfachkräfte verdienen 40.220 Euro (Platz fünf), Verwaltungsfachkräfte im Management 33.519 Euro (Platz zwei). Labortechniker kommen auf durchschnittlich 25.704 Euro brutto jährlich (Platz fünf).

Kaufkraft macht den entscheidenden Unterschied

Die Studie, die von dem Ökonomen Ignacio Abásolo (ULL) geleitet wurde, setzt diese Daten erstmals in Relation zu den Lebenshaltungskosten in jeder autonomen Gemeinschaft. Dies erlaubt eine realistischere Bewertung der tatsächlichen Kaufkraft der Gehälter. Das Preisniveau auf den Kanaren liegt nämlich 7,67% unter dem spanischen Durchschnitt, was die Gehälter aufwertet und sie im Vergleich zum Festland noch attraktiver macht.

Mit dieser Anpassung rückt das gesamte Gesundheitspersonal der Kanaren in die Spitzengruppe der wirtschaftlich attraktivsten Bedingungen. Die Ärzte verbessern sich so vom achten auf den fünften Platz im Ranking, die Pflegekräfte vom vierten auf den dritten Platz.

Nicht berücksichtigte Zusatzleistungen

Trotz der Gründlichkeit der Studie bleiben zwei Vergütungsbestandteile unberücksichtigt, die die wirtschaftlichen Bedingungen weiter verbessern: Zum einen der variable Produktivitätszuschlag, der seit Jahren fest und für alle Mitarbeiter gültig ist und wie eine zusätzliche Sonderzahlung wirkt. Zum anderen der erst vor wenigen Monaten eingeführte fünfte Karrierestufe.

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