Bande isolierte Senior und betrog um 36.000 Euro auf Kanaren
Die Guardia Civil hat einen über 80 Jahre alten Mann befreit, den Mitglieder einer im Baskenland ansässigen kriminellen Bande von seinem familiären Umfeld isoliert hatten. Sie zwangen ihn zum Betteln und nutzten ihn für Internetbetrug, bei dem es auch Opfer auf den Kanarischen Inseln gab. Der Schaden übersteigt dort 36.000 Euro.
18 Festnahmen bei landesweiter Razzia
Im Rahmen der Operation hat die Guardia Civil 18 Personen im Baskenland und eine in Burgos festgenommen. Gegen drei weitere wird ermittelt, wie die Polizei in einer Mitteilung bekannt gab. Bislang konnten 121 Betrugsopfer und zehn Fälle von Identitätsdiebstahl identifiziert werden. Die Opfer stammen aus Santa Cruz de Tenerife, Las Palmas de Gran Canaria, Madrid, Barcelona, Valencia, Málaga, Cádiz, Alicante, Almería, den Balearen, Gipuzkoa, Lleida, Tarragona, Zaragoza, Albacete, Murcia, León, Badajoz, Ávila, Lugo, Granada, Ourense, Córdoba, Cáceres, Castellón, La Rioja, Álava, Burgos, Jaén, Girona, Toledo und A Coruña.
Betrug mit Tieranzeigen im Internet
Die Ermittlungen begannen nach einer Anzeige im Februar 2025. Eine Person gab an, betrogen worden zu sein, nachdem sie 280 Euro für die angebliche Adoption eines Welpen über ein Internetportal gezahlt hatte. Das Tier wurde nie geliefert und das Geld nicht zurückerstattet. Die kriminelle Gruppe, die im Baskenland ansässig war, veröffentlichte Anzeigen zum Verkauf oder zur Adoption von Tieren und forderte von ihren Opfern unter verschiedenen Vorwänden – wie Impfungen, Transport, Chip oder Käfig – progressive Zahlungen. Diese wurden per Bizum (einem spanischen Sofortüberweisungsdienst) oder Banküberweisung getätigt.
Komplexes Netz aus Konten und falschen Identitäten
Die Organisation nutzte mehrere Telefonleitungen, Bankkonten und gefälschte oder fremde Personalausweise, um die Käufer zu täuschen. Die Beamten identifizierten 57 Bankkonten und 23 Telefonleitungen, die mit der Bande in Verbindung standen, und ließen diese gerichtlich sperren.
Betrugsgelder und Sozialleistungen in Kryptowährungen angelegt
Die mutmaßlichen Täter investierten einen Teil des aus den Betrügereien erzielten Geldes zusammen mit einem Teil der bezogenen Sozialleistungen – Renta de Garantía de Ingresos und Ingreso Mínimo Vital (spanische Mindesteinkommenshilfen) – in Kryptowährungen im Wert von über 55.000 Euro. Die Guardia Civil schätzt den Wert der zu Unrecht bezogenen Sozialleistungen auf über 560.000 Euro.
Senior wurde zur Geldbeschaffung gezwungen
Drei Mitglieder der Organisation, die einem Familienclan angehörten, hielten zudem den befreiten Senior unter Kontrolle. Sie hatten ihn von seiner Familie isoliert und zwangen ihn zum Betteln. Ihm hatten sie auch zahlreiche Bankkonten eröffnet, um die Betrügereien zu begehen. Den Festgenommenen werden fortgesetzter Betrug, Geldwäsche, Anmaßung der bürgerlichen Stellung, Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung, Menschenhandel und Misshandlung ohne Verletzung vorgeworfen.

