Ausländische Arbeitnehmer: Rekord auf Kanaren, aber leichter Rückgang
Die durchschnittliche Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländer auf den Kanarischen Inseln ist im Jahr 2025 um 6.614 Personen gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 5% im Vergleich zum Vorjahr, wie das spanische Ministerium für Inklusion, Sozialversicherung und Migration am Freitag mitteilte. Dennoch verzeichneten die Inseln zum Stichtag Ende Dezember 2025 mit 138.671 gemeldeten ausländischen Arbeitnehmern einen leichten absoluten Rückgang von 546 Personen (-0,39%).
Historischer Höchststand in ganz Spanien
Im gesamten Spanien erreichte die Beschäftigung von Ausländern einen neuen Rekord. Die durchschnittliche Zahl stieg 2025 um 204.659 Beitragszahler (7,1%) auf 3.085.477 Beschäftigte. In den bereinigten Zahlen (desestacionalizados) waren im Dezember 2025 insgesamt 3.135.581 Ausländer sozialversichert. Damit gibt es heute 800.000 mehr als vor der Arbeitsmarktreform und fast eine Million mehr als vor der Pandemie im Dezember 2019. „Der ausländische Arbeitsmarkt schließt das Jahr 2025 auf historischem Niveau ab“, betonte das Ministerium. Seit August 2025 liege die Zahl konstant über der Drei-Millionen-Marke.
Starke Zuwächse aus Venezuela, Kolumbien und Marokko
Die mit Abstand größte Gruppe unter den ausländischen Arbeitnehmern stellen mit 373.436 Personen Marokkaner, gefolgt von Rumänen (336.530), Kolumbianern (250.248), Venezolanern (215.735), Italienern (204.700), Chinesen (128.113), Peruanern (101.144) und Ukrainern (78.456). Den stärksten prozentualen Zuwachs im letzten Jahr verzeichneten venezolanische Arbeitnehmer mit 40.614 zusätzlichen Beitragszahlern (+23,2%), vor Kolumbien (+28.929) und Marokko (+26.839).
Struktur und Verteilung der ausländischen Beschäftigung
Von den insgesamt über drei Millionen ausländischen Beitragszahlern sind etwa 1,8 Millionen Männer und über 1,3 Millionen Frauen. Der Frauenanteil stieg um fast 6% und macht nun 43% aus. Ausländer stellen insgesamt 14,1% aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Spanien. Die meisten (82,4%) sind im Allgemeinen Regime der Sozialversicherung (Régimen General) beschäftigt.
Ihr Anteil ist in bestimmten Branchen besonders hoch: In der Hotellerie und Gastronomie stellt jeder dritte Beschäftigte (28,8%) eine ausländische Kraft. In der Landwirtschaft sind es 26%, im Baugewerbe 23,2% und in Verwaltung sowie Transport jeweils fast 18%. Besonders stark gewachsen ist die ausländische Beschäftigung im letzten Jahr im Transportsektor (+25,9%), aber auch in der Wasserversorgung (+15%), im Bau (+12,8%) und in der Landwirtschaft (+11,1%).
Zunahme in hochqualifizierten Bereichen und bei Selbstständigen
Das Ministerium hob hervor, dass die ausländische Beschäftigung auch in wertschöpfungsstarken, hochqualifizierten Sektoren deutlich zugenommen hat: im Gesundheitswesen (+8,5%), im Finanzsektor (+8,5%), in der Information und Kommunikation (+6,2%) sowie in wissenschaftlich-technischen Berufen (+6%).
Einen neuen Höchststand erreichte auch die Zahl der selbstständigen Ausländer („Autónomos“). Ende 2025 waren 496.888 Personen aus anderen Ländern selbstständig tätig, ein Plus von 6,3%. In hochqualifizierten Bereichen fiel das Wachstum besonders stark aus: in der Informationstechnologie und Kommunikation (+25,9%), in der Energieversorgung (+22%), in wissenschaftlich-technischen Berufen (+19,2%) und im Finanz- und Versicherungswesen (+14,2%).
Qualität der Beschäftigung verbessert sich
Die Qualität der geschaffenen Arbeitsplätze hat sich laut Sozialversicherung deutlich verbessert. Unbefristete Vollzeitverträge für ausländische Arbeitnehmer gewannen seit 2021 am meisten an Bedeutung und machen nun 58,5% aller Verträge aus (ein Plus von 15 Prozentpunkten). Auch der Anteil unbefristeter Teilzeitverträge stieg von 12,9% auf 19,2%. Dagegen sank der Anteil befristeter Verträge von 38,9% vor der Arbeitsmarktreform auf nur noch 12%.
Ministerin Elma Saiz betonte die Bedeutung der ausländischen Arbeitnehmer: „Der Bericht für 2025 zeigt, dass der Beitrag der ausländischen Bevölkerung strukturell und entscheidend für das Beschäftigungswachstum, die Nachhaltigkeit des Rentensystems und den gemeinsamen Wohlstand unseres Landes ist.“

